Proxmox VE 6.3 mit aktuellem Ceph und neuen ZFS-Funktionen

Nach dem Mail Gateway hat auch die offene Virtualisierungsplattform Proxmox VE Version 6.3 erreicht. Beide integrieren den neuen Proxmox Backup Server 1.0.

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(Bild: Proxmox)

Von
  • Michael Plura

Mit der neuen Version 6.3 aktualisiert Proxmox seine Virtual Environment. Die jüngste cluster- und HA-fähige VE basiert auf Debian GNU/Linux 10.6 ("Buster") mit einem speziell angepassten Linux-Kernel 5.4-LTS. Über LXC 4.0 und QEMU/KVM 5.1 stellt die Virtualisierungsplattform sowohl ressourcensparende Linux-Container als auch vollwertige VMs bereit.

Die Administration kann im Terminal oder über eine einfach zu bedienende Weboberfläche erfolgen. Für große Storage-Anforderungen setzt Proxmox neben den üblichen Linux-Dateisystemen ZFS in Version 0.8.5 ein. Im WebGUI finden sich viele Neuerungen, etwa ein verbesserter Editor, um die Startreihenfolge für VMs einzustellen. Die Einbindung von ZFS in die Virtualisierungsplattform wurde optimiert, langsam CIFS- und NFS-Systeme erhalten mehr Zeit bis zum Timeout.

Das hochverfügbare, verteilte und robuste Ceph für Proxmox-Cluster kann in zwei Versionen genutzt werden: als älteres Ceph Nautilus 14.2.15 oder als aktuelleres Octopus 15.2.6. Die gewünschte Version wählt man bei der Installation im Konfigurationsassistenten aus. Ceph Octopus bietet dank der Fähigkeit zur Multi-Site-Replikation Vorteile im Bereich Redundanz und Disaster Recovery.

Proxmox VE 6.3 unterstützt in Linux-Containern (LXC) direkt das von systemd befreite Devuan GNU/Linux und Kali Linux, eine für Penetrationstests und "ethisches Hacking" vorkonfigurierte Linux-Distribution. Virtuelle Maschinen unter QEMU können nun während eines Backups heruntergefahren werden, vCPUs unterstützen weitere CPU-Optionen wie SSE4.2 und kommen auch besser mit Mulit-NUMA-Nodes klar.

Vor einer Woche veröffentlichte die Wiener Proxmox Server Solution GmbH ihr Mail Gateway 6.4, einem Mail Proxy, der zwischen Firewall und Mail-Server arbeitet und umfangreichen Spam- und Virenschutz bieten soll. Ein objektorientiertes Regelwerk definiert dabei Filterregeln nach Benutzernamen, Domains, Zeitrahmen, Art des Inhalts und die daraus resultierende Aktion. Sowohl Proxmox VE 6.3 als auch das Mail Gateway 6.3 sind auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Proxmox Backup Server 1.0 ausgelegt.

Wie schon das E-Mail Gateway hat Proxmox VE 6.3 das hauseigene Backup eingebaut.

(Bild: Proxmox)

Wie üblich dokumentiert der Hersteller Details zu allen Neuerungen und geplante Entwicklungen in einer Roadmap. Proxmox VE 6.3 ist ab sofort verfügbar und steht unter der GNU Affero GPL v3. Die Open-Source-Software lässt sich ohne Zugang auf das Enterprise-Repository kostenlos nutzen, professionellen Support mit Zugang zum Enterprise-Repository gibt es ab 85 Euro (netto) pro Jahr und CPU-Sockel.

(avr)