Qualcomm stellt neue IT-Plattform für Roboter und Flugtaxis vor

Die Robotikplattform RB6 bietet eine deutlich höhere KI-Leistung als frühere Modelle und soll so den Betrieb autonomer Roboter und Luftfahrzeuge ermöglichen.

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(Bild: Qualcomm)

Von
  • Patrick Bellmer

Mit dem Modell RB6 hat Qualcomm eine überarbeitete Version seiner Robotikplattform vorgestellt. Die im Kern auf einem Snapdragon-Chip mit ARM-Architektur und einem 5G-Modem basierende Plattform ist in erster Linie für den Einsatz in Industrierobotern, autonomen mobilen Robotern (AMR), Drohnen und sogenannten Urban Air Mobility Aircrafts (UAM) vorgesehen. In letztere Kategorie fallen auch Flugtaxis.

Die dafür notwendige Leistung – die primär für den sicheren Betrieb autonomer Roboter und Fahrzeuge notwendig ist – soll die gegenüber dem RB5 erweiterte Hardware zur Verfügung stellen. Die besteht im Wesentlichen aus dem System-on-Chip (SoC) QRB5165 mit bis zu 2,84 GHz schnellen Kryo-585-Kernen sowie dem im Frühjahr 2019 vorgestellten KI-Beschleuniger Cloud AI 100.

Während Qualcomm das SoC schon für die Generation RB5 verwendete, kommt der KI-Beschleuniger neu hinzu. Dadurch steigt die KI-Leistung von 15 TOPS (Trillion Operations Per Second) auf 70 bis 200 TOPS, jeweils ausgehend von INT8-Berechnungen. Das reicht laut Qualcomm, um bis zu 24 Full-HD-Streams gleichzeitig zu verarbeiten und die daraus gewonnenen Informationen für den autonomen Betrieb des Roboters oder Fahrzeugs zu nutzen.

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Pilotprojekt in Berlin. Dort liefert ein autonomer Roboter des Herstellers Teraki Pizzen der Kette Domino’s aus. Die notwendige Leistung liefert eine nicht genannte RB-Generation von Qualcomm.

Das integrierte 5G-Modem unterstützt Sub-6- und mmWave-Frequenzen. Zum Start sind die Funktionen einschließlich des 3GPP-Release 15 enthalten. Funktionen, die Bestandteil von Release 16, 17 und 18 sind, lassen sich laut Qualcomm nachrüsten. Zu den wichtigsten kommenden Neuerungen aus Robotik-Sicht gehören eine genauere Positionsbestimmung per 5G sowie eine erweiterte Kommunikation zwischen Fahrzeugen (Vehicle-to-Vehicle, V2V) sowie zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur (Vehicle-to-Infrastructure, V2I). Die Sideklink genannte direkte Kommunikation zwischen Fahrzeugen ohne Nutzung eines 5G-Netzes ist Bestandteil von Release 16.

Die Entwicklung neuer autonomer mobiler Roboter (AMR) soll das ebenfalls vorgestellte RB5 AMR Reference Design erleichtern. Das Paket umfasst neben der RB5-Hardware alle Sensoren und Kameras, die für eine 360-Grad-Erfassung und Kollisionsvermeidung erforderlich sind.

Das RB5 AMR Reference Design umfasst neben den Prozessoren auch alle für die Kollisionsvermeidungen notwendigen Sensoren.

(Bild: Qualcomm)

Zudem sind die Kameras bereits kalibriert, was die Inbetriebnahme weiter vereinfacht. Insgesamt, so Qualcomm, kann dies die Entwicklung eines autonomen mobilen Roboters um sechs bis achtzehn Monate verkürzen.

(pbe)