Quantencomputer-Roadmap: 1000 Qubits bis 2023

IBM möchte die Zahl der Qubits in seinen Quantencomputern von derzeit 65 auf 1121 steigern. Damit wäre laut IBM Quantenüberlegenheit möglich.

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(Bild: IBM)

Von
  • Oliver Diedrich

IBM hat seine Roadmap für die Entwicklung von Quantencomputern vorgelegt. Von dem aktuellen Quantenprozessor IBM Quantum "Hummingbird" mit 65 Qubits soll die Zahl der Qubits über 127 im nächsten Jahr ("Eagle") und 433 Qubits 2022 ("Osprey") bis 2023 auf 1121 Qubits in "Condor" steigen. Ein Qubit ist ein manipulierbares Quantensystem mit zwei sich überlagernden Zuständen. Die Zahl der Qubits ist ein grobes Maß für die Leistungsfähigkeit eines Quantencomputers.

Laut IBM lassen sich ab etwa 1000 Qubits viele Probleme auf einem Quantencomputer sehr viel effizienter lösen als auf den leistungsstärksten Supercomputern – die Quantenüberlegenheit (quantum supremacy) wäre erreicht. Allerdings gibt es hier unterschiedliche Meinungen: Google nimmt für sich in Anspruch, die Quantenüberlegenheit bereits mit 53 Qubits erreicht zu haben. Ein sehr spezielles Problem, an dem ein traditioneller Supercomputer 10.000 Jahre rechnen würde, konnte Googles Quantencomputer in Sekunden lösen. IBM hat dem allerdings widersprochen.

Um die große Zahl an Qubits physikalisch möglich zu machen, haben Forscher bei IBM einen Verdünnungskryostaten entwickelt, mit dem sich große, komplexe quantenmechanische Systeme auf Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt kühlen lassen. "Goldeneye", so sein Codename, soll leistungsfähiger sein als jeder kommerziell verfügbare Verdünnungskryostat und den Weg zu Quantencomputern bereiten, die mit Millionen Qubits arbeiten.

Die Roadmap der Entwicklung von Quantencomputern ist in IBMs Research Blog abrufbar.

(odi)