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Radeon RX 6500 XT und RX 6400: Raytracing-Einstiegskarten unter 200 US-Dollar

AMDs sparsame Radeon-Grafikkarten RX 6400 und RX 6500 XT kommen ab dem 19. Januar 2022 in den Handel, die 6400er erst einmal nur in Fertigrechnern.

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(Bild: AMD)

Von
  • Carsten Spille

AMDs Radeon RX 6400 und RX 6500 XT sollen Spieler mit schmalerem Geldbeutel ansprechen. Die RX 6500 XT wird zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 199 US-Dollar angeboten [-] dazu kommen Steuern und das völlig verschobene Preisgefüge dieser Tage. Ob am Ende tatsächlich sparsame Raytracing-fähige Karten mit moderner RDNA2-Architektur und aktuellen Display-Anschlüssen unter 250 Euro zu haben sein werden, ist daher offen.

AMD gibt sich jedenfalls Mühe, Kryptominer vom Kauf der 6500 XT und der 6400 abzuhalten - wenn man die mit nur 64 Bit äußerst schmale Speicherschnittstelle mal positiv sehen will. Im Notebook eingesetzt zeigt derselbe Grafikchip nämlich, dass er eigentlich ein 128 Bit breites Interface hat. Auch der Infiinty-Cache, Speicherbandbreitenretter in der Not, ist mit nur noch 16 MByte arg knapp. Kryptominer werden für die Grafikkartenknappheit und in Folge die hohen Preise verantwortlich gemacht, benötigen aber für die Berechnung der Hash-Werte der Kryptowährung Ethereum eine hohe Speicherbandbreite und vor allem mehr als 4 GByte Speicher – die 6500/6400 haben aber nur 4. Von daher ist die Beschränkung auf ein 64-Bit-Interface umso unverständlicher.

Laut eigenen Leistungsmessungen will AMD in Full-HD-Auflösung bei hoher Detailstufe immerhin die verbreiteten, aber schon betagteren Radeon RX 570 sowie Nvidias GeForce GTX 1650 in Spielen deutlich hinter sich lassen. Hausinterne Benchmarks von AMD bescheinigen dem eigenen Produkt einen Vorsprung von bis zu 60 Prozent auf die GTX 1650 im Grusel-Shooter Resident Evil: Village. Meist seien es aber eher um die 30 Prozent – ein Unterschied, den man beim Umstieg spüren kann.

(Bild: AMD)

Am Markt wird sie sich zudem gegen Nvidias neu vorgestellte GeForce RTX 3050 behaupten müssen, die allerdings teurer sein dürfte – einen Test lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von c't.

Herz und Hirn der Radeon RX 6500 XT, von der es aller Voraussicht nach kein Referenzdesign geben wird, ist ein neuer Grafikchip, der Navi24. Er ist in 6-Nanometer-Technik bei TSMC hergestellt und beinhaltet 5,4 Milliarden Transistoren.

Der Chip steuer zwei Displays über DisplayPort 1.4c DSC und HDMI 2.1 mit variabler Refresh-Rate an, seine Video-Einheiten zur Entlastung der CPU sind aber abgespeckt. Decoding ist in den Formaten H.264, H.265/HEVC möglich, der AV1-Decoder der Radeon RX 6600 wurde gestrichen. Auch beim Encoding herrscht Ebbe: Der Navi24 darf auf den Radeon RX 6400/6500 XT keines der modernen Formate beschleunigen.

Apropos beschleunigen: Bei den Taktraten ist die Radeon RX 6500 XT mit ihren 1024 Shader-Rechenkernchen in 16 Compute Units weit vorn mit dabei und erreicht bis zu 2815 MHz, typisch in Spielen sollen es rund 2610 MHz sein. Damit schafft sie einen nominellen Durchsatz von knapp 5,8 TFlops, für den 144 GByte/s an Speichertransferrate zur Verfügung stehen. Die maximale Leistungsaufnahme soll bei 107 Watt liegen, ein 400-Watt-Netzteil ausreichen.

Die Radeon RX 6400 ist mit nur 53 Watt deutlich sparsamer, soll auch mit Single-Slot-Kühlung auskommen und braucht keinen Extraanschluss für Strom vom Netzteil. Dafür ist sie mit 768 Shader-Kernchen, also 12 Compute Units, bei 2039 MHz (3,6 TFlops) und langsamerem GDDR6-Speicher (128 GByte/s) noch einmal deutlich schwächer. Konkrete Leistungsangaben zu ihr fehlen bislang.

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(csp)