Radioeteleskopverbund ALMA stellt Forschungsarbeit wegen Cyberattacke ein

Nach einem Cyberangriff am Wochenende ist nicht nur die Homepage des riesigen Observatoriums offline, auch die wissenschaftliche Arbeit wurde unterbrochen.

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ALMA in der Nacht

(Bild: ESO/C. Malin (christophmalin.com))

Der internationale Radioteleskopverbund ALMA in Chile ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. In der Folge wurde nicht nur die Homepage der wissenschaftlichen Einrichtung offline genommen, auch die astronomischen Beobachtungen wurden eingestellt. Das teilte die Institution über Twitter mit und versichert gleichzeitig, dass "die Bedrohung eingedämmt" worden sei. Sie arbeite aktuell daran, die betroffenen Computersysteme wieder herzustellen. Weder die Radioantennen noch irgendwelche wissenschaftlichen Daten seien von der Attacke betroffen. Gegenwärtig sei auch noch nicht abschätzbar, wann man die reguläre Arbeit wieder wird aufnehmen können.

Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array ALMA besteht aus 66 transportablen Radioantennen, die auf dem Hochplateau Chajnantor in Chile stehen. Betrieben wird das Instrument von der Europäischen Südsternwarte ESO, der US-Radioastronomieeinrichtung NRAO (National Radio Astronomy Observatory) und der japanischen Forschungsinstitution NAOJ. Von dem günstigen Standort aus erforscht es das Universum im Millimeter- und Submillimeterbereich zwischen Infrarot und Radiowellen (0,3 bis 9,6 Millimeter). Solche Strahlung wird von Wasserdampf in der Atmosphäre verschluckt, das trockene Klima auf der Hochebene ermöglicht dort aber derartige Beobachtungen. Das auf diesem Weg untersuchte Licht stammt von einigen der kältesten Objekte im Kosmos.

ALMA liefert seit Jahren kontinuierlich wichtige astronomische Erkenntnisse. Über die kurzen Angaben der Verantwortlichen hinausgehende Informationen zu der Cyberattacke gibt es bislang nicht. Sie bedanken sich bei den Forschungseinrichtungen für die geleistete Hilfe und entschuldigen sich für die damit verbundenen Unannehmlichkeiten. Der Angriff ereignete sich demnach bereits am vergangenen Samstag.

(mho)