Raspberry Pi Pico: Mikrocontroller-Board für 4 Euro

Der „Pico“ mit eigenem RP2040-Chip der Raspberry Pi Foundation hat Arduino-Nano-Format; programmieren lässt er sich mit MicroPython, C und Visual Studio Code.

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(Bild: Raspberry Pi Foundation)

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Von
  • Christof Windeck

Der Raspberry Pi Pico zielt auf Projekte, für die ein Raspberry Pi zu groß, zu stromdurstig, zu kompliziert ist – oder zu teuer. Der Pico kostet 4 Euro, ist wenig größer als ein Arduino Nano und hat den sparsamen 32-Bit-Mikrocontroller RP2040, den die Raspberry Pi Foundation selbst entwickelt hat. Der 5,1 Zentimeter lange und 2,1 Zentimeter breite Pico passt auf Steckbretter zum einfachen Schaltungsaufbau. Er lässt sich per Micro-USB-Buchse programmieren und mit Energie versorgen, läuft sonst aber mit Spannungen ab 1,8 Volt – also auch an einem Akku oder einer Batterie.

Das Pico-Platinchen mit 40 Anschlüssen stellt 26 GPIO-Pins mit 3,3 Volt bereit, darunter die üblichen Funktionen wie I²C, SPI, UART, PWM und ADC sowie Timer.

Raspbery Pi Pico (7 Bilder)

Der Raspberry Pi Pico ist etwas größer als ein Arduino Nano
(Bild: Raspberry Pi Foundation)

Das lediglich 2 Quadratmillimeter große Die des RP2040 lässt die Raspberry Pi Foundation von TSMC mit 40-Nanometer-Strukturen fertigen. Der Mikrocontroller hat zwei ARM-Kerne vom Typ Cortex-M0+, die mit bis zu 133 MHz takten. Eingebaut sind auch 256 KByte SRAM, unterteilt in mehrere Bänke, damit die beiden Controller es parallel nutzen können. Eine Besonderheit sind acht programmierbare I/O-(PIO-)Zustandsmaschinen.

Außer dem RP2040 sitzen auf dem Raspberry Pi Pico noch 2 MByte QSPI-Flash für Programmcode sowie ein Spannungswandler.

Zur Programmierung des Pico in C stellt die Raspberry Pi Foundation eine GCC-Toolchain bereit. Alternativ lassen sich Programme für den Pico mit MicroPython oder Microsoft Visual Studio Code schreiben. Für die GCC-Toolchain gibt es auch optimierte Bibliotheken für Gleitkommaberechnungen, der Cortex-M0+ hat keine FPU.

Außer dem Raspberry Pi Pico kommen weitere RP2040-Boards von anderen Herstellern wie Adafruit und Sparkfun. Einige dieser Boards haben mehr Flash-Speicher, Laderegler für Lithium-Akkus, 5-Volt-tolerante GPIO-Pins oder USB-C.

James Adams von der Raspberry Pi Foundation kündigt im Blog etwa das Adafruit Feather RP 2040 an, das Adafruit ItsyBitsy RP 2040, das SparkFun Thing Plus – RP2040, das SparkFun Pro Micro – RP2040 und das Steckmodul SparkFun MicroMod RP2040 Processor für MicroMod-Basisboards mit M.2-Fassung.

Pimoroni hat das PicoSystem mit kleinem Display, Steuerkreuz und Feuertasten vor allem für Spiele auf dem RP2040 entwickelt.

Arduino Nano RP2040 Connect mit WLAN

(Bild: Arduino)

Auch Arduino kündigt im Blog ein Mikrocontroller-Board mit RP2040 an, das Arduino Nano RP2040 Connect mit dem WLAN- und Bluetooth-Modul u-blox NINA (in dem ein ESP32 steckt). Statt nur 2 MByte Flash beseitzt der Arduino Nano RP2040 Connect einen 16-MByte-Chip und zusätzlich einen 9-Achsen-MEMS-Bewegungssensor sowie ein Mikrofon. Der Arduino Nano RP2040 Connect soll "innerhalb der nächsten Wochen" vorbestellbar werden.

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(ciw)