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c't Fotografie

Raw-Entwicklung: Rohkost für Feinschmecker (II)

Wirkung von Helligkeit und Kontrast

Inhaltsverzeichnis

In Lightroom tragen die Einsteller teilweise andere Bezeichnungen, und die Gradationskurve kann nicht mit frei setzbaren "Handgriffen", sondern nur über Parameter-Einsteller verändert werden, siehe die tabellarische Übersicht.

Wirkungsweise der Einsteller in Adobe Camera Raw (ACR), Adobe Lightroom und Canon-DPP
Weißabgleich
ACR Lightroom Digital Photo Professional Wirkung
Temp. Temperatur Farbkreisdialog Abstimmen Farbtemperatur, Blau-Gelb-Balance
Tönung Farbton Farbkreisdialog Abstimmen; Farbton im RGB-Teil Grün-Purpur-Balance
Tonwertumsetzung
ACR Lightroom Digital Photo Professional Wirkung
Belichtung Belichtung Helligkeit lineare Tonwertmultiplikation, ändert Grenze für absolutes Weiß
Reparatur Wiederherstellung Lichter maskieren und herunterziehen
Fülllicht Aufhelllicht Schatten maskieren und heraufziehen
Schwarz Schwarz linke Histogrammgrenze Ändert Schwelle für absolutes Schwarz
Helligkeit Helligkeit Verschiebt Mitten ähnlich Heller- oder Dunkler-Gradationskurve
Kontrast Kontrast Kontrast Ändert Gradation der Mitten ähnlich S- oder Z-Gradationskurve

Die beiden ersten Bilder der Bilderstrecke zeigen, dass der Einsteller, der in der deutschen Fassung mit "Helligkeit" bezeichnet wird, etwas ungewöhnlich arbeitet: Er verändert die Mitteltöne, indem er sie tatsächlich heller oder dunkler macht. Entsprechend rücken die mittleren Histogrammbalken nach rechts (heller) oder links (dunkler). Diese Verschiebung fällt aber um so schwächer aus, je weiter entfernt sie vorher von der Mitte waren. Oder anders ausgedrückt: Die tiefsten Schatten (ganz links) und hellsten Lichter (ganz rechts) werden kaum verändert. Man muss zwar unter Umständen die Randbereiche etwas nachkorrigieren, kann aber so die Mitteltöne in einem Bild heller oder dunkler machen, und unabhängig davon auf andere Weise die Schatten und Lichter einstellen. Die Wirkung ist also so ähnlich wie die der Gradationskurven "Heller" und "Dunkler" weiter oben.

Der Einsteller "Kontrast" verändert ebenfalls vor allem die Mitteltöne, indem er sie von der Mitte her auseinanderdrängt oder zu ihr hin zusammenzieht (drittes und viertes Bild in der Reihe). Auch hierbei werden die hellsten und dunkelsten Töne nicht oder nur wenig beeinflusst, sie werden nicht oder kaum aus dem Darstellungsbereich hinausgeschoben oder in ihn hereingeholt. Die Wirkung ist ähnlich wie bei einer S- bzw. Z-förmigen Gradationskurve (siehe Beispiele weiter oben).

Für die Schatten sind der Einsteller "Schwarz" und "Füllicht" zuständig, für die Lichter "Reparatur" und auch "Belichtung", aber darüber mehr in der nächsten Folge. Diese Einsteller verschieben die Grenzen der übertragenen Tonwerte im Schatten- und Lichterbereich.

In der nächsten Folge geht es um die Korrektur von Über- oder Unterbelichtung.

Bisher sind in dieser Reihe erschienen:

Mit eingebetteten "Schnappschüssen" verschiedener Korrekturfassungen in Photoshop (cm)