Raytracing in der Low-Level-API Vulkan: SDK und Grafiktreiber verfügbar

Die Khronos Group stellt die erste finale Raytracing-Implementierung für die plattformübergreifende Vulkan-API bereit, AMD und Nvidia passende Treiber.

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Screenshot aus "Quake 2 RTX".

(Bild: Nvidia / id Software)

Von
  • Mark Mantel

Nach einer gut halbjährigen Testphase hat das Konsortium Khronos Group eine erste finale Raytracing-Implementierung für die Grafik-API Vulkan veröffentlicht. Entsprechende Grafikeffekte laufen auf sowohl auf GeForce- als auch auf Radeon-Grafikkarten und nutzen die Raytracing-Kerne moderner GPUs aus (RTX 2000 / 3000, RX 6000). Auf älteren Modellen funktioniert das Ganze über Compute-Shader, prinzipbedingt aber mit deutlich niedrigeren Bildraten.

Die Vulkan-Version 1.2.162 enthält sieben Raytracing Erweiterungen, darunter VK_KHR_acceleration_structure, VK_KHR_ray_tracing_pipeline und VK_KHR_ray_query. Entwickler erhalten im aktuellen Software Development Kit (SDK) Entwicklerwerkzeuge zur Integration und zum Testen von Raytracing-Grafikeffekten in 3D-Spielen.

AMD und Nvidia stellen passende Treiber bereit: Vulkan-Raytracing funktioniert mit AMD-Grafikkarten ab der Radeon Software Adrenalin 20.11.3 und mit Nvidia-GPUs ab dem GeForce 460.89 beziehungsweise der Linux-Version 460.27.04. AMDs Linux-Treiber hat noch kein entsprechendes Update erhalten.

Mithilfe des quelloffenen HLSL-Compilers DXC soll die Portierung von Microsofts Windows-API DirectX 12 mit integriertem DirectX Raytracing (DXR) zu Vulkan sehr einfach ausfallen. Zudem können Portierungs-Layer wie Proton DXR-Grafikeffekte mit Vulkan darstellen.

Nvidia hat am 15. Dezember 2020 den Patch 1.4.0 für "Quake 2 RTX" veröffentlicht, der die Raytracing-Implementierung von der eigenen Vulkan-Erweiterung VK_NV_ray_tracing auf Khronos' finale Version aktualisiert. Folglich läuft der Ego-Shooter jetzt auch auf AMD-Grafikkarten, bisher allerdings nicht sonderlich schnell: Eine GeForce RTX 3090 schafft in etwa doppelt so hohe Bildraten wie eine Radeon RX 6900. Wohlgemerkt hat "Quake 2 RTX" noch keine Optimierungen für AMDs Hardware-Raytracing erfahren; vielmehr dürfte Nvidia das Spiel auf die eigenen Architekturen maßgeschneidert haben.

Quake 2 RTX (Vanilla-Voreinstellungen) AMD Radeon RX 6900 XT MSI GeForce RTX 3090 Gaming X Trio
480p 269,7 fps 515,9 fps
1080p 89,2 fps 176,5 fps
1440p 52,8 fps 106,6 fps
2160p 24,1 fps 49,5 fps
gemessen unter Windows 10 (20H2), Ryzen 9 5900X, 32 GByte DDR4-3600-RAM, „\demo q2demo1.dm2“

Update 17.12.: In der Tabelle waren uns ein paar Werte verrutscht, dies ist nun behoben. (mma)