Abgasbetrug: Razzia bei Volkswagen und Continental

Welche Rolle spielten Zulieferer beim Abgasbetrug durch Volkswagen? Ermittler prüfen diese Frage schon länger. Nun gibt es Durchsuchungen bei Continental.

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Continental Hauptverwaltung in Hannover, Unternehmenszentrale

(Bild: Continental)

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Staatsanwaltschaft und Polizei haben bei Volkswagen und beim Autozulieferer Continental am heutigen Mittwoch verschiedene Standorte durchsucht. Dies stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen zu den von Volkswagen genutzten Abschaltsystemen in der Abgasreinigung eines Dieselmotors, teilte der Autozulieferer in Hannover mit. Auch Volkswagen bestätigte die Razzia.

Nach Angaben von Continental wurden die Ermittler unter anderem in Hannover, Frankfurt und Regensburg vorstellig. Das Unternehmen arbeite "vollumfänglich mit den Behörden" zusammen. Zum Stand des Verfahrens äußerte sich Continental nicht.

Continental bekräftigte jedoch seine Position aus früheren Prüfungen: "Wir haben an keinen unserer Kunden Software zum Zweck der Manipulation von Abgastestwerten geliefert." Vielmehr hätten sich die "im jeweiligen Zeitraum gültigen Abgasgrenzwerte grundsätzlich einhalten lassen".

Die Abgasaffäre bei Volkswagen war im September 2015 aufgeflogen. Der Autohersteller hatte in den USA manipulierte Abgas-Reinigungssysteme in Dieselfahrzeuge eingebaut, die im Testbetrieb deutlich niedrigere Stickoxid-Emission anzeigten, als im tatsächlichen Betrieb auf der Straße entstanden. Später ergab sich die Frage, ob möglicherweise auch Zulieferer wie Bosch oder ZF in die Täuschungsabsichten eingeweiht waren. Sie bestreiten dies.

Im Januar war auch der japanische Hersteller Mitsubishi unter Verdacht geraten, Dieselkäufer mit illegalen Abschalteinrichtungen betrogen zu haben. Bei einer Razzia in vier Bundesländern durchsuchten Ermittler Geschäftsräume der deutschen Mitsubishi-Niederlassung, einer Tochtergesellschaft und zweier großer Zulieferer. Continental-Mitarbeiter wurden in dem Verfahren als Zeugen geführt.

Chronologie des Abgas-Skandals (73 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
)

(fpi)