Rechenzentrums-Betreiber: Kunden wollen Nachhaltigkeit

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind immer wichtiger Faktoren beim RZ-Betrieb. Immer mehr Kunden fordern entsprechende Klauseln, zeigt eine aktuelle Studie.

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Cloud, Rechenzentrum,

(Bild: Gorodenkoff / shutterstock.com)

Von
  • Ariane Rüdiger

Nachhaltigkeit wird zum Schlüsselthema für Colocation-/Multi-Tenant-Rechenzentren. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung, die 451 Research im Auftrag von Schneider Electric unter über 800 Anbietern von Rechenzentrumsflächen für Dritte aus 19 Ländern durchgeführt hat. Danach glauben 87 Prozent der Befragten dass Nachhaltigkeit bereits in drei Jahren ein sehr wichtiger oder wichtiger Differenzierungsfaktor im Wettbewerb sein wird. Drei Viertel der Befragten halten Nachhaltigkeit schon jetzt für ein wichtiges oder sehr wichtiges Merkmal.

Auf die Frage, welche Faktoren Effizienz- und Nachhaltigkeitsinitiativen vorantreiben, nannten laut der Studie die Befragten in erster Linie Kundenanforderungen (50%), weiterhin langfristige Betriebsstabilität (40%), regulatorische Anforderungen (36%), Kostenersparnisse, die öffentliche Meinung (je 35%) sowie Wettbewerbsdruck (30%). Bei 74 Prozent der RZ-Betreiber verlangen schon heute alle oder die meisten Kunden Klauseln zu Effizienz und Nachhaltigkeit in den Verträgen.

Neben den Nachhaltigkeitswünschen der Kunden wirft vor allem der Klimawandel bereits heute einen langen Schatten auf Planung und Betrieb von RZs. So sagten 51 Prozent der Befragten, dass sie ihre Technologieauswahl, und 49 Prozent, dass sie ihre Standortwahl auf neue Temperaturbedingungen, verfügbare Wassermengen und Ähnliches einstellen. 44 Prozent bereiten sich auf mehr Extremwetter vor, 40 Prozent auf häufigere Überflutungen.

Fast 90 Prozent der befragten Betreiber von Kolokationsrechenzentren glauben, dass Effizienz und Nachhaltigkeit in drei Jahren ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal auf dem RZ-Markt sind.

(Bild: 451 Research/Schneider Electric)

Unter diesen Umständen wenig überraschend, haben 43 Prozent ein übergreifendes strategisches und 41 Prozent ein themenspezifisches Nachhaltigkeitsprogramm bezüglich Konzeption, Bau und Planung der RZ-Infrastruktur. 24 Prozent der befragten Unternehmen haben ein dediziertes unternehmensweites Nachhaltigkeitsbudget, 43 Prozent ein Effizienz- und Nachhaltigkeitsbudget für zentrale RZ-Infrastruktur und IT und weitere 18 Prozent eines, das lediglich die RZ-Infrastruktur betrifft.

Bei 56 Prozent der Unternehmen gibt es ein zentrales Reporting zu RZ-Betriebsparametern wie Auslastung, PUE oder Energieverbrauch, 25 Prozent erwägen es. Bei immerhin 12 Prozent liefen entsprechende Versuche, wurden aber aufgegeben. Die PUE (Power Usage Effectiveness) wird vorwiegend übergreifend (51%) oder aber Site-spezifisch (38%) gemessen, nur 9 Prozent verfolgen diesen Wert gar nicht. Auch den effektiven Einsatz von Wasser zu messen, ist weit verbreitet (je 40% organisationsweit oder Site-spezifisch).

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Die ergriffenen Maßnahmen konzentrieren sich derzeit auf die Optimierung oder Aktualisierung der Stromverteilungsinfrastruktur (jeweils 47%) sowie die Aktualisierung (40%) oder Optimierung (36%) der Kühlinfrastruktur. Außerdem versuchen 35%, die Serverauslastung zu erhöhen. Weitere Strategien, die jetzt zunehmend gefordert werden – also andere Konzepte und Rohstoffe beim RZ-Bau, ressourcenschonende Software, Abwärmenutzung und ähnliche Synergiekonzepte – scheinen in der Praxis noch nicht sehr relevant zu sein.

Für erfolgreiche Nachhaltigkeitsprogramme braucht man nach Ansicht der Befragten vor allem ausreichend technisches Wissen und Erfahrung (73%), Geld (71%) und einen strategischen Fokus auf Nachhaltigkeit (70%).

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(odi)