Redis Labs will zu den führenden Datenbankanbietern aufschließen

Bei einer Series-G-Finanzierungsrunde konnte sich das Unternehmen hinter der kommerziellen Redis-Enterprise-Datenbank weitere 110 Millionen US-Dollar sichern.

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Redis Labs will zu den führenden Datenbankanbietern aufschließen
Von
  • Matthias Parbel

Eine Investorengruppe unter der Führung von Tiger Global, SoftBank Vision Fund 2* und TCV stellt Redis Labs weitere 110 Millionen US-Dollar Kapital zur Verfügung und erhöht den aktuellen Marktwert des Unternehmens damit auf rund zwei Milliarden US-Dollar. Der Anbieter der NoSQL-In-Memory-Datenbank Redis Enterprise will mit dem neuerlichen Investment sein weiteres Wachstum finanzieren, um sich im Marktumfeld der Cloud Database Management Systems gegenüber Mitbewerbern wie Snowflake und Databricks besser positionieren zu können.

Das 2011 von Ofer Bengal (CEO) und Yiftach Shoolman (CTO) gegründete Unternehmen nutzt die auf Salvatore Sanfillipo (@antirez) zurückgehende Open-Source-Datenbank Redis als Basis für die kommerzielle NoSQL-In-Memory-DB Redis Enterprise, die zum Sammeln und Analysieren von Daten in Echtzeit zum Einsatz kommt – insbesondere in der Cloud. Sowohl Investoren aber auch Analysten wie Gartner sehen in Redis Labs ein aussichtsreiches Unternehmen, das den zu beobachtenden Wandel beim Einsatz von Datenbanken in der Cloud (Data Warehouse as a Service) aktiv mitgestalten könne.

So sind beispielsweise die Verantwortlichen bei Tiger Global davon überzeugt, dass Redis Labs nicht nur eine Echtzeit-Datenplattform entwickelt habe, die den Anforderungen geschäftskritischer Anwendungen an niedrige Latenzen gerecht werde, sondern auch eine Go-to-Market-Strategie vorweisen können, um "neben den Cloud-Hyperscalern (Anm. d. Red: AWS, Google, Azure, Alibaba etc.) erfolgreich zu sein". Gartner sieht Redis auf Augenhöhe mit Snowflake und Databricks an der Schwelle zum Quadranten der (noch) dominierenden Anbieter von Datenbankmanagementsystemen in der Cloud (Gartner 2020 Magic Quadrant for Cloud Database Management Systems).

Während Snowflake im vergangenen Jahr einen erfolgreichen Börsengang absolviert hat, konnte Databricks erst kürzlich eine weitere Milliarde US-Dollar Investitionskapital für seine Lakehouse-Architektur einstreichen, die eine Brücke zwischen der traditionellen Business-Intelligence-Welt und zeitgemäßen Machine-Learning-Anwendungen schlagen soll.

Während Redis Labs sich mit einem gewachsenen Finanzpolster auf Expansionskurs und Kundenakquise begeben kann, fokussiert sich das Open-Source-Projekt noch stärker auf die Community. Denn in den vergangenen zwei Jahren sorgten mehrfache Änderungen des Lizenzmodells sowie der Rücktritt des (inoffiziellen) Benevolent Dictator for Life (BDFL) Salvatore Sanfilippo als Maintainer sowohl in der Community wie auch bei Nutzern für Unruhe.

Ein neues Governance-System mit einem Kernteam aus fünf Maintainern (von Redis Labs und aus der Community) leitet nun die Geschicke des Projekts. Während der Redis-Core quelloffen unter BSD-Lizenz verbleibt, stehen Komponenten wie RediSearch und RedisML inzwischen unter der Redis Source Available License. Als kommerzielle Lizenz erlaubt sie zwar den Zugriff auf den Quellcode, aber darüber hinaus keine für Open-Source-Software übliche freie Verwendung.

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