Regenmangel trifft Taiwanische Chiphersteller

Die Pegel in Taiwans Wasserreservoirs sind niedrig. Noch ist die Chipproduktion nicht betroffen, doch TSMC testet bereits Wasserlieferung per Tankwagen.

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Laufender Wasserhahn

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von
  • Frank Schräer

Alarmstufe Orange hat die Wasserbehörde Taiwans im Zentrum und Süden des Landes ausgerufen. Chiphersteller wie TSMC müssen deshalb in ihren Fabriken Wasser einsparen. Die Produktion ist davon noch nicht betroffen, aber die Firmen bereiten sich nach Angaben taiwanischer Medien auf den Ernstfall vor – mit Wasserlieferung per Tankwagen.

Letztes Jahr sind in Taiwan die gewohnten Regenstürme ausgeblieben. Selbst die Regenfälle während des chinesischen Neujahrsfestes Mitte Februar haben die Situation kaum verbessert. Die Wasserstände der Reservoirs sind deshalb weitaus niedriger als üblich. Teilweise liegen sie unter 20 Prozent, wie die taiwanische Water Resources Agency meldet.

Deshalb hat Taiwans Wirtschaftsminister in dieser Woche für die Gebiete Hsinchu, Miaoli and Taichung in der Mitte sowie für Tainan and Chiayi im Süden Taiwans die Alarmstufe Orange ausgegeben. Im gelben Status war lediglich der Wasserdruck etwas reduziert worden. Jetzt müssen die Firmen sieben bis elf Prozent Wasser einsparen. Sollten sich die Unternehmen nicht daran halten, könnte ihnen das Wasser ganz abgestellt werden. Bei Alarmstufe Rot wäre Wasser nur zu bestimmten Tageszeiten verfügbar.

Die Chipfabriken der Hersteller wie der Taiwan Semiconductor Manufacturing Corporation (TSMC) liegen überwiegend in den betroffenen Regionen. Die Produktion verbraucht je nach Kapazität der Fabrik zwischen 50.000 und 170.000 Tonnen Wasser pro Tag. Zur Aufrechterhaltung der Fertigung gibt es Notfallpläne, die jetzt bereits in Form von Tankwagen getestet wurden.

Ein einzelner Tankwagen kann allerdings nur 20 Tonnen Wasser liefern und kostet zudem umgerechnet fast 900 Euro pro Lieferung. Für den Dauerbetrieb ist dies deshalb ungeeignet. Das Wasser käme aus noch ordentlich gefüllten Reservoirs, vor allem im Norden Taiwans.

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Die Tankwagen seien lediglich Vorbereitungen für zukünftigen Wasserbedarf, wie TSMC auf Anfrage Reuters erklärt. Es handle sich um einen Stresstest. Auch andere Chiphersteller wie Vanguard International Semiconductor Corporation und United Microelectronics Corporation (UMC) haben Verträge mit Wassertankwagen für solche Notfalle. Sowohl UMC als auch TSMC sehen bislang aber noch keine Auswirkungen auf ihre Produktion.

(fds)