Reklame lebt wieder auf, Alphabet wächst

Während der COVID-Pandemie verbringen viele Menschen mehr Zeit online und geben dort mehr Geld aus. Google profitiert zusätzlich vom schwächeren US-Dollar.

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Installation in der Alphabet-Zentrale in Mountain View in Kalifornien

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

"Wir sind zufrieden, wie Werbetreibende ihre Budgets reaktiviert haben", sagte Alphabets Finanzchefin Ruth Porat Donnerstagabend. Soeben hatte sie die Quartalszahlen des Konzerns verlautbart. Nachdem die Werbeeinnahmen pandemiebedingt im zweiten Quartal 2020 erstmals in der Firmengeschichte zurückgegangen waren, sind sie im dritten Quartal wieder kräftig gestiegen.

Alphabet hat im dritten Quartal 46,2 Milliarden US-Dollar umgesetzt, ein Zuwachs im Vergleich zu Alphabets drittem Quartal 2019 von 14 Prozent. Der Betriebsgewinn ist um ein Viertel auf 11,2 Milliarden Dollar gesprungen, der Reingewinn gleich um 59 Prozent auf 11,3 Milliarden. Die Einnahmen aus Kapitalanlagen und Minderheitsbeteiligungen übersteigen die gebildeten Steuerrücklagen ein klein wenig.

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Google profitiert, wie andere Online-Konzerne auch, von der Coronavirus-Pandemie. Milliarden Menschen verbringen viel mehr Zeit online, kaufen online mehr ein, spielen online mehr, bestellen mehr Online-Abos. Das bedingt auch mehr Online-Reklame. Geholfen hat aber auch der schwächer gewordene Dollar. Wären die Wechselkurse gleich geblieben, wäre Alphabets Umsatzzuwachs zwei Prozentpunkte oder 800 Millionen Dollar geringer ausgefallen.

Bis auf 178 Millionen US-Dollar stammt der gesamte Umsatz Alphabets von Google (samt YouTube), und dort wiederum aus dem Verkauf von Werbeflächen. Diese Werbeeinnahmen sind um ein Zehntel auf 37,1 Milliarden Dollar gestiegen. Das Cloudgeschäft ist vergleichsweise klein, wächst aber viel schneller, nämlich um 45 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Sonstige Google-Einnahmen, wozu auch YouTube-Abos zählen, sind um 35 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar gewachsen.

Googles Betriebsgewinn ist um 17 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar gestiegen. Die Konzernsparte "Sonstige Wetten", zu der Waymo mit selbstfahrenden Autos und die Gesundheitsdatenfirma Verily gehören, hat ihre Betriebsverluste um den gleichen Prozentsatz auf 1,1 Milliarden ausgeweitet.

Die Finanzzahlen liegen deutlich über den Erwartungen der Analysten. Google-Aktien verteuerten sich im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent.

(ds)