Rekordquartal: AMD tritt Intel in den Allerwertesten

AMD verkauft so viele CPUs, GPUs und Beschleuniger wie nie. Damit erzielte AMD im zweiten Quartal 2022 den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte.

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(Bild: Mark Mantel / heise online)

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  • Mark Mantel

AMD trotzte im zweiten Quartal 2022 dem schrumpfenden PC-Markt und wuchs an allen Fronten, was zu einem Rekordumsatz von 6,55 Milliarden US-Dollar führte. Die Xilinx-Übernahme Anfang 2022 verzerrt den Jahresvergleich von +70 Prozent, allerdings legte AMD selbst gegenüber dem Vorquartal um weitere 11 Prozent zu.

Nur die Abschreibungen im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar in Bezug auf die Xilinx-Übernahme trüben das Bild ein wenig, womit der Gewinn im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 447 Millionen US-Dollar sank. In den bereinigten "Non-GAAP"-Zahlen nennt AMD einen Gewinn von 1,71 Milliarden US-Dollar.

Im zweiten Quartal strukturierte AMD seine Geschäftsbereiche um. Fasste etwa die Sparte Computing and Graphics früher alle Endkundenprodukte rund um Ryzen und Radeon zusammen, teilt AMD diese jetzt auf:

  • Data Center: alle Server-CPUs (Epyc), Server-GPUs (Instinct), Netzwerkprozessoren der übernommenen Firma Pensando und Xilinx' Rechenzentren-Beschleuniger
  • Client: alle Desktop- und Notebook-Prozessoren (Ryzen, Athlon) sowie Chipsätze
  • Gaming: alle eigenständigen Grafikchips (Radeon) und Semi-Custom-Prozessoren für Spielekonsolen (Playstation 5, Xbox Series X/S, Steam Deck)
  • Embedded: alle Embedded-Produkte von AMD und Xilinx

Die Vorjahreszahlen hat AMD für die neuen Segmentierungen umgerechnet und kam überall auf ein signifikantes Plus. So stieg etwa der Client-Umsatz mit den Ryzen-CPUs um 25 Prozent auf 2,15 Milliarden US-Dollar und der Gaming-Umsatz um 32 Prozent auf 1,66 Milliarden US-Dollar. Wohlgemerkt brach der PC-Markt im selben Zeitraum um mehr als 10 Prozent ein.

Die Data-Center-Sparte wuchs hauptsächlich aufgrund gestiegener Epyc-Verkäufe um enorme 83 Prozent auf 1,49 Milliarden US-Dollar. Xilinx' programmierbare Logikchips (FPGA) und ARM-Prozessoren sind hauptsächlich in den Embedded-Zahlen vertreten, die im Jahresvergleich folglich von 54 Millionen auf 1,26 Milliarden US-Dollar hochschossen.

AMD-Folien zu den Geschäftszahlen (2 Bilder)

AMDs Umsatz steigt seit Jahren kontinuierlich.
(Bild: AMD)

Die Unternehmenspräsentation zeigt derweil eine Auffälligkeit: Die Data-Center-Gruppe steht jetzt immer an der ersten Stelle, zudem wechselt das Corporate-Design vom Orange der Ryzen-Prozessoren zum Blau der Epyc-CPUs.

Intel kann derweil nur neidisch auf AMDs Wachstum schauen. Die Verkäufe rund um Core-i- und Xeon-Prozessoren brachen im zweiten Quartal ein, was zum ersten selbst verschuldeten Minus in diesem Jahrtausend führte. AMD erzielte zuletzt fast halb so viel Umsatz wie Intel – ein historisches Hoch.

Fast schon absurd wirkt die Reaktion an der Börse auf AMDs Geschäftszahlen: Der Aktienkurs fiel um 5 Prozent auf etwas unter 92 Euro. Dabei ist selbst AMDs Ausblick in Anbetracht der Marktsituation positiv: Der Umsatz soll im dritten Quartal noch einmal leicht auf 6,7 Milliarden US-Dollar steigen. Für das komplette Jahr 2022 erwartet die Firma trotz Rezession unverändert einen Umsatz von 26,3 Milliarden US-Dollar.

(mma)