Rekordzahlen bei Nvidia: GeForce-Grafikkarten und Datacenter-Gruppe boomen

Erstmals hat Nvidia in einem Quartal 5 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Den Anteil von Krypto-Minern, die etwa Ethereum schürfen, spielt die Firma herunter.

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(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Nvidia hat ein weiteres Rekordquartal und damit das beste Geschäftsjahr in der Firmengeschichte verbucht. Gut 5 Milliarden US-Dollar hat das Unternehmen im vierten Fiskalquartal 2021 umgesetzt, das mit dem 31. Januar 2021 endete. Das sind 61 Prozent als noch ein Jahr zuvor (3,1 Milliarden Dollar) – fast 1,5 Milliarden Dollar blieben als Gewinn (+53 Prozent).

Im gesamten Fiskaljahr 2021 (rund ein Jahr vor dem Kalender) erzielte Nvidia einen Umsatz von 16,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 53 Prozent im Jahresvergleich (Fiskaljahr 2020: 10,9 Milliarden Dollar). Gut 4,3 Milliarden Dollar verbuchte Nvidia als Gewinn (+55 Prozent).

Umsatztreiber waren die beiden Sparten Gaming und Datacenter. Desktop-Grafikkarten und Notebook-Grafikchips der GeForce-Reihe brachten Nvidia im vierten Fiskalquartal 2021 rund 2,5 Milliarden Dollar ein – eine Milliarde mehr als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz mit Produkten für Rechenzentren hat sich mit 1,9 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Das lag zum einen an der Übernahme des Netzwerkspezialisten Mellanox, dessen Umsatzanteil für das komplette Fiskaljahr 2021 bei rund 10 Prozent gelegen haben soll. Zum anderen stieg der Umsatz mit Beschleunigerkarten wie dem Ampere-Modell A100 um beinahe 70 Prozent. Die zwei verbleibenden Sparten professionelle Virtualisierung (früher Quadro) und Automotive sind derweil leicht rückläufig.

Nvidias Umsatz nach Sparten aufgeschlüsselt: GeForce und Datacenter stiegen zuletzt deutlich an.

(Bild: Nvidia)

Den Anteil von Minern, die Kryptowährungen wie Ethereum mit Grafikkarten schürfen, spielte Nvidia-Chef Jensen Huang in der Analystenkonferenz zu den Geschäftszahlen herunter (Transkript bei Seekingalpha). Grafikchips im Wert von 100 Millionen bis 300 Millionen Dollar sollen über Partnerhersteller im vierten Fiskalquartal 2021 an Miner gegangen sein. Genaue Angaben seien laut Huang nicht möglich.

Die Auswirkungen steigender Kurse von Kryptowährungen spielte Nvidia (genauso wie AMD) schon in den Jahren 2017 und 2018 herunter. Derzeit steigen die Kurse wieder stark an, was für ein hohes Interesse insbesondere bei chinesischen Minern sorgt. Nach Nvidias Auffassung sei die Nachfrage bei Spielern sehr hoch. Nach dieser Logik müssten Endkunden reihenweise Grafikkarten kaufen, deren Preise deutlich oberhalb der Preisempfehlungen liegen.

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Die kürzlich angekündigten "Crypto Mining Processors" (CMPs) – GPUs ohne Bildausgänge – sollen im ersten Fiskalquartal 2022 gerade einmal 15 Millionen Dollar einbringen. Der Verkauf startet im März 2021, also mitten im Quartal. Die Stückzahlen sind offensichtlich gering.

Im jetzt laufenden ersten Fiskalquartal 2022 erwartet Nvidia einen Umsatz von rund 5,3 Milliarden Dollar. Die Börse reagierte mit einem leichten Minus auf die Bekanntgabe der Geschäftszahlen: Der Kurs fiel von gut 470 auf etwa 464 Euro je Aktie.

(mma)