Rendering-Engine für 3D-Spiele: OGRE 13.0 erschienen

Die quelloffene Engine OGRE 13.0 beginnt mit semantischer Versionierung, stabilisiert APIs und verbessert die Glyphen-Platzierung.

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(Bild: OGRE)

Von
  • Maika Möbus

Die Open-Source-Engine für 3D-Spiele Object-Oriented Graphics Rendering Engine (OGRE) ist in Version 13.0 erschienen. Das bis dahin letzte Major Release liegt bereits zweieinhalb Jahre zurück – und seitdem hat sich einiges getan. Unter anderem richtet sich OGRE nun nach der semantischen Versionierung und widmet sich der Darstellung kursiver Schriftarten.

Das Entwicklerteam begann bereits 2001 an OGRE zu arbeiten und veröffentlichte die erste Version im Jahr 2005 – die Engine besteht somit länger als die SemVer-Website. Beginnend mit Version 13.0 richtet sich OGRE jedoch nach der semantischen Versionierung gemäß MAJOR.MINOR.PATCH. Das bedeutet, dass eine Erhöhung der MAJOR-Zahl API-inkompatible Änderungen enthält. Bisher bezeichnete OGRE unter anderem die zwölfte Hauptversion mit Version 1.12.

Die API-Änderungen in OGRE 13.0 betreffen unter anderem das Umstellen vieler Member von Protected zu Private. Das geschieht im Rahmen der API-Stabilitätsgarantie, da der Compiler nun auf die Nutzung einer stabilen API prüft. Zudem schließt die Stabilität nun Shader-Code mit ein, inklusive OgreUninifiedShader.h.

Daneben zeigt Version 13.0 eine veränderte Platzierung von Glyphen. Kursive Schriftarten konnten bisher zu abgeschnittenen Glyphen führen, da die Glyphenüberlappung keine Berücksichtigung fand. Als Beispiel zeigt der Blogeintrag zur neuen Version die Darstellung von "j" und "T" in Version 1.12 und 13.0:

Glyphenplatzierung in OGRE 1.12 und 13 im Vergleich

(Bild: OGRE)

OGRE ist in C++ geschrieben, lässt sich aber auch mit anderen Programmiersprachen wie Python, C# oder Java nutzen. Die 3D-Engine unterstützt Direct3D 9 und 11, Metal, OpenGL und WebGL (Emscripten) und läuft unter Windows, Linux, macOS, Android und iOS. Interessierte finden im offiziellen Wiki Tutorials, FAQs und Code Snippets.

OGRE 13.0 steht Open Source zum Download bereit und weist trotz optischer Namensähnlichkeit keine Verbindung mit der ebenfalls als Open-Source-Software verfügbaren 3D-Engine O3DE auf.

Alle Neuerungen in OGRE 13.0 sind im Changelog auf GitHub nachzulesen, die Highlights zeigt ein Blogeintrag.

(mai)