Rephone: Smartphone mit Nachhaltigkeits-Versprechen von Mobilcom-Debitel

Wechselbarer Akku, Gerätepfand und "Made in Germany": Damit soll das Rephone umweltbewusste Käufer ansprechen. Es ähnelt allerdings stark einem Gigaset-Modell.

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  • Christian Wölbert

Der Mobilfunk-Anbieter Mobilcom-Debitel vertreibt ab sofort ein Android-Smartphone, das besonders umweltfreundlich sein soll: Das Rephone wird bei Gigaset in Bocholt zusammengebaut, im Kaufpreis ist ein Gerätepfand enthalten und der Akku lässt sich leicht wechseln. Dank Kompensation sei es darüber hinaus "Deutschlands erstes CO2-neutrales Smartphone", erklärt Mobilcom-Debitel.

Nach Angaben von Mobilcom-Debitel wurde das Rephone von der Kölner Firma 4G Systems entwickelt. In puncto Design und Ausstattung ähnelt es allerdings stark dem Gigaset GS5: In beiden Modellen stecken der Mediatek-Prozessor Helio G85, 128 GByte Flash-Speicher, ein 6,3-Zoll-Display mit 2340 × 1080 Pixeln und ein wechselbarer, drahtlos ladbarer 4500-mAh-Akku. 5G beherrschen beide Geräte nicht.

Es gibt aber auch Unterschiede: Im Rephone-Datenblatt steht eine Hauptkamera mit 64 Megapixel, bei Gigaset sind es 48 Megapixel. Mobilcom-Debitel wirbt darüber hinaus mit einer Gehäuse-Rückseite, die aus "Recyclat aus Nürnberg" besteht, einer kunststofffreien Verpackung und einer CO2-Kompensation für "alle Komponenten, die aus Asien stammen".

Das Rephone kommt mit 6,3-Zoll-Display und einer Android-Version "komplett ohne Bloatware".

(Bild: Mobilcom-Debitel)

Ausgeliefert wird das Rephone mit Android 11, es soll aber schon ein Update auf Android 12 bereitstehen. Sicherheitsupdates soll es mindestens drei Jahre lang geben (Gigaset verspricht fürs GS5 "bis zu drei Jahre"). Wer das Handy zurückgibt, erhält ein Pfand ("Recycling-Prämie") in Höhe von 25 Euro erstattet, "und zusätzlich den verbleibenden Restwert des Geräts", wie Mobilcom-Debitel schreibt.

Einen großen Unterschied gibt es beim Preis: Das Rephone kostet ohne Vertrag und inklusive Pfand 399 Euro, während das Gigaset GS5 in Kürze für 299 Euro verfügbar sein soll.

Die Rückseite ist abnehmbar, darunter findet sich der wechselbare Akku.

(Bild: Mobilcom-Debitel)

Ehrgeizigere Nachhaltigkeits-Versprechen als Mobilcom-Debitel macht der niederländische Hersteller Fairphone. Er verwendet zum Beispiel als einziger Smartphone-Produzent Fairtrade-Gold sowie zahlreiche weitere Metalle aus besonderen Quellen und zahlt Arbeitern seines Auftragsfertigern einen Lohnbonus. Außerdem bietet er eine Fünf-Jahres-Garantie und will sein Fairphone 4 mindestens bis Ende 2025 mit Sicherheits- und Funktionsupdates versorgen, nach Möglichkeit sogar bis Ende 2027.

Die Endmontage in Bocholt bei Gigaset läuft aber unter erheblich besseren Arbeitsbdedingungen ab als die Produktion in China, wo auch das Fairphone zusammengebaut wird. c't hatte die Gigaset-Fertigung Ende 2019 besichtigt und darüber berichtet.

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(cwo)