Retro: Spiegellose Systemkamera Nikon Z fc vorgestellt

Nikon hat sich bei der Entwicklung der Spiegellosen Z fc vom Design der analogen Spiegelreflexkamera FM2 aus dem Jahr 1982 inspirieren lassen.

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(Bild: Nikon)

Von
  • Thomas Hoffmann

Nikon erweitert das Lineup seiner spiegellosen Systemkameras um die Nikon Z fc. Die Kamera kommt im Retrolook und hat als technische Basis die APS-C-Kamera Z 50. Als Design-Vorbild dient die Spiegelreflexkamera FM2 aus dem Jahr 1982. Die moderne Digitalkamera teilt mit dem alten Modell beinahe exakt die gleichen Abmessungen und verzichtet wie dieses auf einen Handgriff. Dieser soll ab Ende September optional erhältlich sein (130 Euro) und wie Gehäuseteile und Drehschalter aus gefrästem Aluminium bestehen.

Wie es sich für eine Retro-Kamera gehört, lassen sich die Kameraeinstellungen mit analogen Einstellrädern wählen. Das kleine Display zeigt die gewählte Blende an.

(Bild: Nikon)

Wie konsequent der Hersteller die alte Vorlage umgesetzt hat, zeigt sich bei der Verwendung des historischen, gravierten Nikon-Logos aus den 1970er und 1980er Jahren. Die Bedienung der Kamera erfolgt über drei Einstellräder auf der Kameraoberseite. Damit können Belichtungszeit, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungskorrektur gesteuert werden. Ein kleines Display zeigt die gewählte Blende an, die auf Wunsch über den Einstellring am Objektiv gesteuert werden kann. Über die i-Taste auf der Kamerarückseite können weitere Einstellungen ausgewählt werden.

Das Display ist klapp- und drehbar und erlaubt so die Bildkontrolle bei Selfies und beim Vlogging.

(Bild: Nikon)

Bei Foto- und Filmaufnahmen unterstützen ein Augen-Autofokus und ein Tiererkennungs-Autofokus beim Fotografieren. Bei einem ersten Test mit einem Vorserienmodell zeigte sich der Autofokus beim Erkennen des Auges trotz schlechter Beleuchtung in einem Innenraum schnell und treffsicher. Das dreh- und schwenkbare Display — das erste an einer Z-Kamera — erleichtert Aufnahmen in bodennähe oder über Kopf, nach vorne gedreht wechselt die Kamera in den Selfie-Modus.

Die Bedienung im Videomodus soll mit einem optionalen Selfie-Stick erleichtert werden.

(Bild: Nikon)

Beim Sensor setzt Nikon auf einen alten Bekannten aus der Z 50. Der APS-C-Sensor liefert eine Auflösung von 20 Megapixeln, Videos zeichnet die Kamera in 4K (3840 × 2160) mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Der elektronische Sucher bietet bei einem Zentimeter Bilddiagonale XGA-Auflösung mit 2,36 Millionen Subpixeln. Das Dreh- und neigbare Touchdisplay bietet eine Bilddiagonale von 7,5 Zentimetern und 1,04 Millionen Subpixel.

Drahtlos kommuniziert die Kamera über (offenes) WLAN und Blutooth, per Kabel über USB Typ-C, Video gibt die Kamera über HDMI aus.

Für ein rundes Gesamtbild bietet Nikon zwei (bereits bekannte) Objektive im Retrolook an. Das Nikkor Z DX 16–50 mm 1:3,5–6,3 VR Silver Edition ist ein Standardzoom mit silbernem Finish. Das durch seine Bauweise sehr kompakt ausfällt. Als zweites Objektiv bietet Nikon mit dem Nikkor Z 28 mm 1:2,8 SE eine Festbrennweite an, die für das Vollformat gerechnet ist und am kleineren APS-C-Sensor eine hohe Abbildungsleistung verspricht.

Auch bei den Objektiven hat der Hersteller sehr genau in der eigenen Historie recherchiert und die Beschriftung in der Schriftart der alten Modelle ausgeführt.

Das Nikkor Z 16-50 f/3.5-6.3 ist keine Neuentwicklung, wurde für die Retrokamera aber optisch angepasst.

(Bild: Nikon)

Die Nikon Z fc soll ab dem 28 Juli für 999 Euro erhältlich sein. Die 28 Millimeter Festbrennweite soll vorerst nur im Kit angeboten werden: Das Standard-Zoom Kit soll 1150 Euro kosten, die Version mit Festbrennweite 1250 Euro und das Kit mit beiden Objektiven 1390 Euro.

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(tho)