Rewe testet Einkaufen ohne Bezahlen an der Kasse

In den Supermarkt gehen, sich mit App anmelden, Waren nehmen, hinausgehen – dieses Konzept will Rewe in diesem Jahr in Köln umsetzen. Jetzt wird es getestet.

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Trigo

Von
  • Andreas Wilkens

Die Supermarktkette Rewe testet ein System, bei dem die Kunden einkaufen können, ohne an der Kasse bezahlen zu müssen. Diese brauchen dafür eine Smartphone-App, mit der sie sich an einer speziellen Eingangsschranke anmelden, dann können sie alle gewünschten Produkte aus den Regalen nehmen, einpacken und schließlich einfach so aus dem Markt spazieren. Die Rechnung erscheint danach automatisch in der App. Eine Bon-Beschwerde kann ebenso über die App ausgelöst werden.

Die von Rewe eingesetzte Technik des Unternehmen Trigo Vision wird "Pick & Go" genannt. Sie wird zunächst in einem Markt in der Kölner Zeppelinstraße von Mitarbeitenden getestet. Dort sind 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine Marktleitung tätig. Bewähren sich System und Prozesse im Markt, soll es im kommenden Spätsommer in der Zepplinstraße für die Allgemeinheit losgehen.

"Wir werden einige Wochen lang das System auf Herz und Nieren testen, bevor unsere Kundinnen und Kunden zum hybriden Einkaufen eingeladen sind", erklärt Rewe-Projektleiterin Anika Vooes. Alle erdenklichen Einkaufsvorgänge sollen unter echten Bedingungen geprüft werden und dabei, ob alle Komponenten so funktionieren, wie sie geplant und simuliert wurden. Auch geprüft werden soll, wie intuitiv der Prozess in der App ist, ob alle Produkte im Markt richtig erkannt und ob die Produkte in der Rechnung richtig dargestellt werden.

Das klassische Einkaufen mit Bezahlen an der Kasse ist weiterhin fester Bestandteil des Konzeptes. Daher nennt Rewe das Konzept "hybrides Einkaufen". Europaweit sei der Kölner Markt einer der ersten Supermärkte, die Einkaufen auf diese Art unter Realbedingungen ermöglichen will, teilt Rewe mit.

Für "Pick & Go" hat Trigo ein 3D-Modell des Supermarktes erstellt, um die Bewegungen darin digital abzubilden. Die Kunden könnten so Artikel auswählen und mit ihnen hinausgehen, während ihre Privatsphäre geschützt wird. Die Kundinnen und Kunden sollen auf den für den Einkauf erfassten Bildaufnahmen nicht persönlich erkennbar sein; Schilder am Supermarkteingang sollen auf die Vorgänge hinweisen. Zu dem System gehören "intelligente Kameras" und Sensoren in den Regalböden sowie Server, Switches und rund sechs Kilometer Netzwerk-Kabel.

Ansätze für den Einkauf, ohne an der Kasse Bargeld oder Karte zu zücken, gibt es schon seit einiger Zeit. Die Metro Gruppe hatte vor gut zehn Jahren bereits in seinem Future Store RFID-Chips an den Waren getestet. Bei der Technik Payfree können Kund:innen die mit RFID-Chips gekennzeichneten Waren aus dem Regal nehmen und den Laden durch eine Scanner-Schleuse verlassen. Sie steht in Konkurrenz zu Amazons "Just Walk Out". Dabei sollen ebenfalls Kameras und Sensoren die Waren erkennen und registrieren.

(anw)