Rezession: wachsende Unsicherheit bei IT-Freelancern

Aufgrund der wirtschaftlichen Krise steigt die Existenzangst auch unter Freiberuflichen – denn Unternehmen suchen weitaus weniger Personal für ihre Projekte.

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(Bild: TippaPatt/Shutterstock.com)

Von
  • Kornelius Kindermann

Laut einer Umfrage der Projektplattform freelancermap schätzen freiberufliche ITler ihre Auftragslage im Vergleich zum Anfang des Jahres erheblich pessimistischer ein. Dementsprechend steigt auch die Existenzangst unter ihnen. Den Grund dafür findet man in der krisenbedingten Hemmung von Unternehmen, Personal für Projekte einzustellen.

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„Zu Jahresbeginn haben nur 7 Prozent der Freiberuflichen ihre Auftragslage als schlecht bis sehr schlecht eingeordnet, im Oktober waren es fast ein Viertel der Befragten.“, so Thomas Maas, CEO von freelancermap. „Noch im Frühjahr erwartete die deutliche Mehrheit der Freelancer, nämlich 90 Prozent, im Laufe des Jahres eine unveränderte oder sogar verbesserte Auftragslage [...] – diese Hoffnungen scheinen sich nicht erfüllt zu haben.“ Die Inflation ist als Hauptgrund für jene enttäuschten Hoffnungen auszumachen: Sowohl die Lebenshaltungskosten für Freelancer steigen – gerade auch für diejenigen im Homeoffice, deren Energiekosten entsprechend hoch sind –, als auch die Bedenken, die Unternehmen beim Anstoßen neuer Projekte tragen.

Mehr als die Hälfte der 39 von freelancermap befragten Unternehmen geben dabei an, weniger Neueinstellungen vornehmen zu wollen. 45 Prozent von ihnen rechnen in absehbarer Zeit auch generell nicht mehr mit einem Normalzustand, wie es ihn vor Corona gab. Ein Fünftel der Freelancer blicken aufgrund der erschwerten Umstände mittlerweile außerdem erheblich kritischer auf ihre Berufswahl – vier Prozent von ihnen würden sich nicht noch einmal in die Selbstständigkeit begeben.

Eigentlich sollte der viel diskutierte Fachkräftemangel in allen Branchen zu einer guten Projektsituation führen, das Gegenteil scheint nun allerdings der Fall zu sein. Zurzeit werde jeder Cent eher zweimal umgedreht, bevor man ihn in neues Personal und neue Projekte investiere. „Gerade jetzt sollten Freelancer daher unbedingt stärker von der Politik geschützt und unterstützt werden“, so Maas. Mit dieser Meinung steht er nicht allein da, seit der Pandemie fordern Selbständigenverbände vermehrt Klarheit und einen Abbau der bürokratischen Hürden für Freiberufler. Mit dem Freelancerkompass gibt das Portal freelancermap jährlich Erhebungen zu Trends und Entwicklungen der Freelancer-Branche, ein spezieller Fokus liegt dabei auf Arbeitgebern und -nehmern in der IT.

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(kki)