Riesenprozessor schlägt Supercomputer

Ein System mit dem gigantischen KI-Chip Cerebras Wafer-Scale Engine mit 400.000 Kernen hat einen Top100-Supercomputer um den Faktor 200 geschlagen.

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Von
  • Oliver Diedrich

Der KI-Beschleuniger Cerebras Wafer-Scale Engine, vorgestellt im letzten Jahr, bricht eine Menge Rekorde: Kein Prozessor kommt auch nur in die Nähe seiner Größe von 215 x 215 mm (462 cm2) oder enthält ähnlich viele Rechenkerne (400.000) und Transistoren (1,2 Billionen). Er ist damit rund 50 Mal so groß wie andere CPUs und GPUs. Jetzt hat der Chip gezeigt, dass er auch beim Rechnen Rekorde schlagen kann.

Laut einem auf der Supercomputing Conference 2020 präsentierten Paper hat ein Rechner vom Typ Cerebras CS-1 mit diesem Prozessor den Supercomputer Joule 2.0 – immerhin Platz 82 auf der aktuellen TOP500 List von November – um den Faktor 200 geschlagen. Die Aufgabe bestand aus einem komplexen System linearer Gleichungen, wie man sie beispielsweise für Strömungssimulationen oder Wettervorhersagen benötigt. Wie Cerebras in einem Blog-Beitrag ausführt, beruht der Vorsprung des CS-1 vor allem auf seiner hohen Speicherperformance und den schnellen Verbindungen zwischen den Kernen.

Joule 2.0 enthält über 4000 20-Kerner vom Typ Xeon Gold 6148 mit insgesamt 86.400 Kernen. Er steht beim US-amerikanischen National Energy Technology Laboratory des US-amerikanischen Energieministeriums (DOE). Seine Rechenleistung liegt um etwa den Faktor 100 unter dem aktuell schnellsten Computer der Welt Fugaku

Mittlerweile hat Cerebras den Nachfolger Cerebras Wafer Scale Engine 2 vorgestellt. Er besitzt 850.000 Cores und 2,6 Billionen Transistoren. Wie beim Vorgänger sind die Kerne über ein 3D-Mesh miteinander verbunden.

(odi)