Riesenrakete SLS zurück im Hangar: "Feuchte Generalprobe" soll wiederholt werden

Nachdem die wichtige Generalprobe der NASA-Riesenrakete dreimal gescheitert ist, wird die SLS nun erst einmal repariert. Sie soll aber wiederholt werden.

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Zurück zum riesigen Vehicle Assembly Building

(Bild: NASA/Aubrey Gemignani)

Von
  • Martin Holland

Nach der mehrfach nicht geglückten "feuchten Generalprobe" ist die NASA-Riesenrakete SLS jetzt wieder zurück im Hangar. In den nächsten Wochen soll ein defektes Ventil ersetzt und ein kleines Leck geschlossen werden, erläuterte die US-Weltraumagentur das weitere Vorgehen. Danach soll die Mondrakete erneut zur Startrampe gebracht werden, wo dann erneut versucht werden soll, das sogenannte "wet dress rehearsal" (WDR) komplett durchzuführen. Wie weit der geplante Erstflug der Rakete durch die Verzögerungen nach hinten verschoben werden muss, ist noch nicht bekannt. Die Geschichte der SLS ist aber bereits reich an Verspätungen.

Die NASA hatte die Rakete SLS (Space Launch System) Mitte März zum ersten Mal zur Startrampe gerollt. Dort sollte dann möglichst originalgetreu das gesamte Prozedere durchgespielt werden, das für einen richtigen Start nötig ist – erst kurz vor dem unumkehrbaren Zünden der Triebwerke wird das bei diesem speziellen Test abgebrochen. Den ersten Anlauf hatte schlechtes Wetter verhindert, danach waren erste technische Probleme hinzugekommen. Beim dritten Anlauf zum Betanken war ein Leck an der Verbindung zum mobilen Tankmast für den flüssigen Wasserstoff entstanden. Danach war klar, dass die Rakete zurück in den Hangar musste und inzwischen heißt es von der NASA, dass der Testlauf nach den nötigen Reparaturen wiederholt werden soll.

Die SLS wird seit Jahren entwickelt und gebaut, die Riesenrakete soll die Rückkehr der Menschheit zum Mond ermöglichen. Lange war davon ausgegangen worden, dass sie dann die stärkste Rakete der Geschichte sein würde. Der Platz könnte ihr aber jederzeit streitig gemacht werden, SpaceX hat eine eigene Riesenrakete in einem Bruchteil der Zeit entwickelt und plant für dieses Jahr deren ersten Flug ins All. Deren Starts dürften deutlich günstiger werden als die "unhaltbaren" 4,1 Milliarden US-Dollar, die pro SLS-Start anfallen. Bei ihrem ersten Start soll die SLS die unbemannte Raumkapsel Orion zum Mond schießen, den die Raumkapsel dann mehrere Tage umkreisen soll. Eigentlich sollte das im Frühsommer passieren, nach den Verspätungen gibt es nun noch keinen aktualisierten Zeitplan der NASA.

"Feuchte Generalprobe" der SLS (27 Bilder)

Die Riesenrakete im Montagegebäude
(Bild: NASA)

(mho)