Riesenteleskop ELT: Bauarbeiten gehen voran, immense Basis vor Vervollständigung

Ein neues Bild zeigt den aktuellen Stand der Bauarbeiten am europäischen Extremely Large Telescope in Chile. Die gigantischen Ausmaße sind sichtbar.

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(Bild: G. Hüdepohl (atacamaphoto.com)/ESO)

Die Arbeiten am europäischen Riesenteleskop ELT kommen gut voran, eine Anfang des Jahres begonnene Struktur ist fast vollendet. Das hat die Europäische Südsternwarte (ESO) mitgeteilt und dazu ein aktuelles Foto veröffentlicht. Zu sehen ist nicht nur das Fundament mit den Aufbauten, sondern auch mehrere große Kräne. Die können jeweils zwischen 250 und 600 Tonnen an Lasten heben, der größte ist 120 m hoch und noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu erkennen. Für das Fundament seien fast 9000 Tonnen Beton verwendet worden, heißt es noch.

Wie die ESO erklärt, soll die jetzt vor der Fertigstellung stehende Betonstruktur die 85 Meter hohe Kuppel aus Stahl tragen, in der das Observatorium selbst untergebracht sein wird. In den kommenden Wochen sollen jetzt 36 Mechanismen eingebaut werden, die es ermöglichen, die 6100 Tonnen wiegende Struktur einmal um 360 Grad zu drehen. Gebaut werde derzeit auch am Fundament der Kältemaschine, die einmal dafür sorgen soll, dass sich das riesige Teleskop tagsüber nicht zu stark erwärmt.

Die Coronapandemie hat den Bau des Extremely Large Telescopes (vormals European Extremely Large Telescope) stark verzögert, so war die Baustelle für fast ein ganzes Jahr komplett gesperrt. Erste wissenschaftliche Aufnahmen soll das ELT im September 2027 machen und dürfte damit trotzdem deutlich vor den anderen Riesenteleskopen GMT (Giant Magellan Telescope) und TMT (Thirty Meter Telescope). Bei letzterem ist noch nicht einmal sicher, wo es stehen wird.

Ursprünglich sollte das Extremely Large Telescope 2024 seine Arbeit aufnehmen, dann machte die Pandemie auch hier einen Strich durch den Zeitplan. Errichtet wird das mit Abstand leistungsfähigste optische Teleskop der Welt auf dem über 3000 Meter hohen Berg Cerro Armazones in der chilenischen Atacamawüste. Von dem wurden dafür etwa 18 Meter Gestein (220.000 m³) abgetragen, um Platz für das Riesenteleskop zu schaffen.

Der gigantische Hauptspiegel des Teleskops mit einem Durchmesser von fast 40 Metern wird – wie der des Weltraumteleskops James Webb (JWST) – aus sechseckigen Segmenten zusammengesetzt. Während es beim JWST aber 18 sind, kommt der Hauptspiegel des ELT auf 798, jedes einzelne anderthalb Meter groß und 250 Kilogramm schwer.

Bauarbeiten am Extremely Large Telescope (10 Bilder)

Aufnahme aus dem Herbst 2019
(Bild: ESO)

(mho)