RoboCup: Ein Sprung nach vorn?

In diesem Jahr wurden alle RoboCup-Wettbewerbe online ausgetragen. Für die Teams hat das neue Herausforderungen geschaffen.

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Technical Challenge des Teams Tech United Eindhoven

(Bild: Tech United Eindhoven)

Von
  • Hans-Arthur Marsiske

"Ich kann euch nicht genug danken", sagte Peter Stone, derzeitiger Präsident der RoboCup Federation, zum Abschluss der diesjährigen RoboCup-Weltmeisterschaft. Sie ging am Montag mit dem wissenschaftlichen Symposium zu Ende.

Er sei tief beeindruckt, wie die RoboCup Community die Herausforderung der Covid-19-Pandemie bewältigt habe. Die Beteiligung an dem Turnier, das komplett online durchgeführt werden musste, sei mit 316 Teams und knapp 2000 Teilnehmern ähnlich hoch gewesen wie in früheren Jahren. Auch Changjiu Zhou (Singapore Polytechnic), Co-Chair des Wettbewerbs, zeigte sich überzeugt, dass die Gemeinschaft der Forscher daraus gestärkt hervorgehen werde. Er sei zuversichtlich, dass bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr, die in Bangkok stattfinden soll, wieder persönliche Begegnungen möglich sein werden.

Gemessen an den Platzierungen haben deutsche Teams die Herausforderung des diesjährigen Turniers besonders gut gemeistert. In der Logistics League gewann Carologistics sowohl den regulären Wettbewerb als auch den Sonderpreis für die beste Technical Challenge. Im Wettbewerb RoboCup@Work besetzten robOTTO, b-it-bots und AutonOHM die Plätze 3, 2 und 1. Der Roboter des Teams Hector konnte in der Rescue League in den Kategorien Dexterity sowie Exploration and Mapping Best-in-Class Awards einheimsen.

Den Wettbewerb für offene Plattformen in der RoboCup@home League gewann das Team Homer, die RTLions schafften es auf Platz drei.

Im Zentrum des RoboCup steht aber der Fußball, schließlich gilt immer noch das Ziel, bis zum Jahr 2050 mit humanoiden Robotern die FIFA-Fußball-WM zu gewinnen. Hier zeigte in der 3D Soccer Simulation das Team Magma Offenburg mit einem Vizeweltmeistertitel und dem Gewinn der Technical Challenge, wo es lang geht. In der Small Size League wurden die Tigers Mannheim Weltmeister vor ER Force. Die Mannheimer ertigerten sich außerdem noch den Excellence Award und die Hardware Challenge.

Die Titel in der Standard Platform League teilten sich erwartungsgemäß B-Human und Nao-Team HTWK, wobei B-Human die best overall performance, die obstacle avoidance challenge, die passing challenge und die autonomous calibration challenge gewann.

HTWK zeigte sich bei der 1 v 1 Challenge am ballsichersten. In der Humanoid League erreichten in der Kid Size die Hamburg Bitbots Platz 3, in der Adult Size gewann Sweaty, der diesmal in der Simulation wohl kaum ins Schwitzen gekommen sein dürfte, den Titel.

Die Bilanz kann sich sehen lassen. Beim nächsten Turnier, das wieder in einer realen Halle stattfindet, wird sich zeigen, wie sich dieser erzwungene Ausflug auf die Aktionen der physischen Roboter auswirkt. Auch wenn das diesjährige Turnier aus Zuschauersicht eher enttäuschend war: Es könnte sein, dass der RoboCup damit einen großen Sprung nach vorn gemacht hat. Und davon haben die Zuschauer dann letztlich ja auch wieder etwas.

(kbe)