RoboCup: Kicken in der Corona-Krise

Auch vor der RoboCup-Weltmeisterschaft macht die Pandemie nicht halt, der findet weitgehend ohne Publikum statt. Dort wird das als Herausforderung gesehen.

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(Bild: RoboCup SPL)

Von
  • Hans-Arthur Marsiske

Am Dienstag haben die ersten Wettkämpfe der diesjährigen RoboCup-Weltmeisterschaft begonnen. Wegen der Covid-19-Pandemie finden sie weitgehend ohne Publikum vor Ort statt. Es gibt aber Möglichkeiten, das Turnier übers Internet mitzuverfolgen.

Die Zuschauerzahlen haben sich zu den ersten Livestreams mit wenigen Dutzend allerdings noch im recht kleinen Rahmen gehalten. Das Aufregungspotenzial ist im Vergleich mit der gerade laufenden Fußball-Europameisterschaft der Männer auch sehr gering: Es braucht schon einige Vorkenntnisse und Erfahrung, um gelungene Pässe bei der „Passing Challenge“ der Standard Platform League würdigen zu können, die in den Livestreams von Bembelbots (Frankfurt), HTWK Robots (Leipzig) und rUNSWift (Sydney) zu sehen waren. Bei diesem Wettbewerb müssen die Roboter den Ball möglichst präzise einem Mitspieler zuspielen.

Immerhin ist es den Leipzigern, die ihr Spielfeld in einer Turnhalle aufgebaut haben, gelungen, einige Zuschauer aus Fleisch und Blut anzulocken. Das dürfte zumindest für ein wenig Turnieratmosphäre gesorgt haben, die ansonsten in diesem Jahr kaum aufkommen dürfte. Denn das Coronavirus lässt den RoboCup nicht nur im Vergleich mit dem menschlichen Fußball eher schlapp aussehen, sondern auch verglichen mit früheren Turnieren, von denen ein Video der RoboCup Federation einen guten Eindruck vermittelt. Weil die teilnehmenden Teams sich mit ihren Robotern nicht an einem Ort versammeln können, gibt es auch keine Spiele mit realen Roboterteams, sondern vorrangig Technical Challenges wie die Passing Challenges, die von den Schiedsrichtern per Videostream bewertet werden, sowie Wettkämpfe in virtueller Realität.

Doch es scheint, dass sich die RoboCup Community durch die Corona-Beschränkungen nicht hat lähmen lassen, sondern sie als Herausforderung sieht, die kreative Lösungen erfordert. Auf dem Weg zum langfristigen Ziel, bis zum Jahr 2050 mit humanoiden Robotern die Fußball-Weltmeisterschaft gegen Menschen zu gewinnen, mag dieses zunächst sehr reduziert und verhalten wirkende Turnier daher am Ende womöglich einen unerwartet großen Schritt darstellen. Und vielleicht finden sich im Lauf der Woche noch Lösungen, die das Zuschauen attraktiver gestalten.

(mho)