Roboterhunde "Fluffy" und "Spot" scannen Ford-Werk

Für die Erfassung eines Werks in den USA holt sich Autohersteller Ford vierbeinige Hilfe: zwei Roboter von Boston Dynamics.

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Roboterhunde Fluffy und Spot scannen Ford-Werk

(Bild: Ford)

Von
  • Axel Kannenberg

US-Autohersteller Ford hat sich zwei Roboterhunde von Boston Dynamics gemietet, die nun in einem Pilottest Laser-Scans vom einem Getriebe-Werk im US-Bundesstaat Michigan anfertigen sollen. Die "Fluffy" und "Spot" getauften Roboter sind dafür mit fünf Kameras ausgestattet. Sie könnten programmiert werden, bestimmten Wegen zu folgen, aber auch auf bis zu 50 Meter über ein Tablet mit Controller-Elementen ferngesteuert werden. Aus den 360-Grad-Scans soll ein digitales Modell der Fabrik entstehen, das bei Modernisierungen und Umrüstungen der Anlagen des Werks hilft.

Auch die unzugänglicheren Bereiche des Werks sollen die wendigen Maschinen gut erreichen können. Die rund 25 Kilogramm schweren Roboter könnten in Hockstellung operieren, Treppen erklimmen und Steigungen bis zu 58 Prozent beziehungsweise 30 Grad bewältigen. Ebenfalls könnten sie sich selbsttätig aufrichten, wenn sie fallen, sowie Sicherheitsabstand zu Objekten einhalten. Die Akkus erlaubten Fortbewegung für fast zwei Stunden mit bis zu 5 km/h.

Roboterhunde bei der Arbeit (5 Bilder)

(Bild: Ford)

"Es gibt Bereiche in der Anlage, die man nicht betreten möchte oder kann, weil sie sehr schwer zugänglich sind", sagt Paula Wiebelhaus, die für Ford die Roboter steuert. "Es ist einfacher und sicherer, Fluffy und Spot dorthin zu schicken."

Ford verspricht sich davon, Geld und Aufwand zu sparen. "Früher machten wir alles zu Fuß. Wir benutzten ein Stativ und standen innerhalb der Anlage jedes Mal fünf Minuten herum und warteten darauf, dass der Laser scannte", erklärt Mark Goderies, Digital Engineering Manager bei Ford. "Das Scannen einer Anlage kann auf diese Weise bis zu zwei Wochen dauern. Mit Hilfe der Roboter sind wir in der Lage, die Arbeiten in der Hälfte der Zeit durchzuführen".

Die Kosten für das konventionelle Verfahren beziffert Ford auf rund 300.000 US-Dollar – das sei teurer als der Einsatz der Roboter. Sollte das Pilotprojekt mit Fluffy und Spot erfolgreich sein, erwägt der Konzern weitere Werke mit vierbeiniger Hilfe zu erfassen.

Die in Demonstrationsvideos immer wieder beeindruckenden Roboterhunde des Herstellers Boston Dynamics sind seit vergangenem Monat in den USA auch käuflich zu erwerben. 74.500 US-Dollar kostet eine der Maschinen – ein Ladegerät, zwei Akkus, ein Tablet für die Steuerung mit Ladegerät und Koffer zur Aufbewahrung inklusive. Software und ein Update-Versprechen gehörten mit dazu. Die Roboter sind als modulare Plattform gedacht und können nicht nur mit Kameras, sondern etwa auch mit Greifarmen ausgestattet werden.

(axk)