Rock 5 Model B: Einplatinencomputer mit Achtkern-CPU und HDMI 2.1

Radxas Rock 5 Model B hat deutlich mehr Rechenleistung als der Raspberry Pi 4, unterstützt moderne Codecs für die Videowiedergabe und stellt HDMI 2.1 bereit.

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(Bild: Radxa)

Von
  • Mark Mantel

Der Einplatinencomputer Rock 5 Model B des Herstellers Radxa wird zur ersten Hardware gehören, die das Rockchip-System-on-Chip (SoC) RK3588 verwendet. Mehr Leistung im 100 mm × 72 mm kleinen Platinenformat bekommt man derzeit kaum: Mit an Bord sind vier acht Cortex-A76- und -A55-Rechenkerne mit Taktfrequenzen von 2,4 beziehungsweise 1,8 GHz. Samsung fertigt das SoC mit 8-Nanometer-Strukturen. Zum Vergleich: Der etwas kompaktere Raspberry Pi 4 hat nur vier 1,5 GHz schnelle Cortex-A72-Kerne.

Die integrierte ARM-Mali-GPU G610MC4 mit vier Shader-Clustern kann mit zahlreichen Codecs für effiziente Videodarstellung umgehen: Radxa nennt in der Ankündigung Dekodierer für AVS2, H.265 (HEVC) und VP9 in 8K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde, sowie H.264 in 8K und 30 fps. Der RK3588 kann aber auch mit AV1 in 4K-Auflösung und 60 fps dekodieren. Damit sind alle modernen Codecs abgedeckt, um etwa auf YouTube und Netflix hochauflösende Videos ruckelfrei anschauen zu können. Enkodieren ist mit H.264 und H.265 möglich, was etwa für Privat-Streams auf NAS-Systemen nützlich ist.

Feature-Übersicht des Rock 5 Model B. Achtung: "Support" für Wi-Fi 6(E) heißt, dass man ein passendes Modul nachrüsten muss.

(Bild: Radxa)

Als Bildausgänge stehen zweimal echtes HDMI 2.1 mit genügend Übertragungsrate für 8K-Displays mit 60 Hertz sowie einmal DisplayPort 1.4 als USB-C-Port zur Verfügung. Letzterer lädt auch angeschlossene Geräte auf, in Anbetracht des kleinen vorgesehenen Netzteil aber nur mit wenigen Watt. Für Peripherie gibt es dreimal USB 3.2 Gen 1 (5 Gbit/s, früher USB 3.0 genannt) Typ A.

Als Arbeitsspeicher verlötet Radxa wahlweise 4, 8 oder 16 GByte LPDDR4X-DRAM. Ein M.2-Steckplatz mit vier PCI-Express-3.0-Lanes nimmt eine SSD auf, ein M.2-E-Key-Steckplatz ein WLAN-Modul, etwa für Wi-Fi 6. Ab Werk dabei ist Realteks RTL8125BG-Controller für NBaseT-Ethernet bis 2,5 Gbit/s. Zum Programmieren gibt es eine GPIO-Leiste mit 40 Pins. Der Hersteller gibt derzeit Betriebssysteme mit dem Linux-Kernel 5.10 für die frühe Entwicklung mit dem RK3588 frei. Ansonsten läuft auf dem Einplatinencomputer Android.

Der Verkauf des Rock 5 Model B soll im zweiten Quartal 2022 beginnen. Die Version mit 4 GByte RAM kostet 129 US-Dollar, für die 8-GByte-Variante werden 150 US-Dollar fällig und für 16 GByte 190 US-Dollar. Hinzu kommen die Kosten für eine SSD, gegebenenfalls ein WLAN-Modul, einen Kühler und ein Netzteil. Da das Rock 5 Model B mit Bohrungen für einen Kühler und einem Lüfteranschluss versehen ist, dürften künftig passende Kühler erscheinen.

Der US-Shop Ameridroid und Allnet. China bieten derzeit Vorbesteller-Codes für 5 US-Dollar an, mit denen man beim Kauf in einigen Monaten einen Rabatt von 50 US-Dollar erhält. In Deutschland nimmt traditionell Innet Radxas Einplatinencomputer ins Programm auf.

[Update, 12.01.22, 17:05:] Korrektur: Der Prozessor hat insgesamt acht CPU-Kerne. (mma)