Rocket Lab: Raketenstufe nach erfolgreichem Start von Helikopter eingefangen

Erneut hat Rocket Lab eine hauseigene Electron-Rakete gestartet. Die erste Stufe wurde jetzt aber erstmals von einem Helikopter in der Luft gefangen.

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Die Raketenstufe kurz vor dem Einfangen

(Bild: Rocket Lab)

Dem US-Raumfahrtunternehmen Rocket Lab ist es erstmals gelungen, eine Raketenstufe nach dem erfolgreichen Start mit einem Helikopter in der Luft wieder aufzufangen. Weil der Pilot dann jedoch "abweichende Belastungsmerkmale" im Vergleich zu den Tests festgestellt habe, wurde die Stufe doch noch ausgeklinkt und wasserte erfolgreich. Inzwischen wurde sie geborgen und wird zurück transportiert.

Geplant ist, sie wieder instand zu setzen und erneut fliegen zu lassen. Bei dem insgesamt 26. Startversuch des Unternehmens waren von dem eigenen Gelände in Neuseeland erfolgreich 34 Satelliten ins All geschossen worden. Gefangen wurde die Raketenstufe in einer Höhe von etwa 2000 Metern mit einem Haken, der an einem langen Seil an dem Helikopter befestigt war.

Nach SpaceX ist Rocket Lab das zweitgrößte US-Raumfahrtunternehmen. Die Rakete mit dem Namen Electron hat bereits bei dutzenden Starts ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt und soll zur ersten wiederverwendbaren Rakete für kleine Nutzlasten werden. Nach dem Start gleitet die erste Stufe dafür sanft an einem Fallschirm Richtung Erdoberfläche, ein umgebauter Transporthubschrauber des Typs Sikorsky S-92 soll sie dann mit einem Haken in der Luft auffangen.

Das hat nun auch weitestgehend so geklappt, wie geplant, versichert Rocket Lab. Ein Video zeigt das Manöver aus der Perspektive des Helikopterpiloten. Obwohl die Rakete letztlich nicht von dem Helikopter zu dem Transportschiff gebracht wurde, spricht das Unternehmen von einer erfolgreichen Rückholmission. Der Firmengründer Peter Beck sagte, er sei unglaublich stolz. Man werde jetzt prüfen, ob Veränderungen an der Prozedur nötig sind.

Bei der Mission "There And Back Again" ("Hin und zurück") von Rocket Labs Startplatz auf der Halbinsel Mahia an der Ostküste der Nordinsel Neuseelands wurden jetzt insgesamt 34 Satelliten verschiedener Hersteller gestartet. Insgesamt hat Rocket Lab damit 146 Satelliten in eine Umlaufbahn geschossen.

Vor einem Jahr war zuletzt ein Startversuch des US-Raumfahrtunternehmens gescheitert, damals war es der zweite Fehlschlag binnen eines Jahres. Inzwischen ist das Unternehmen aber wieder in der Erfolgsspur, der jetzt geglückte Start war der sechste in Folge. Noch in diesem Monat will Rocket Lab erneut eine Rakete starten.

(mho)