"Roots": In der Hamburger Hafencity entsteht höchstes Holzhaus Deutschlands

65 Meter hoch soll das Holzhaus in der Hamburger Hafencity werden und durch das organische Material klimaneutral sein.

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Die aktuelle Baustelle von "Roots" in der Hamburger Hafencity.

(Bild: Garbe Immobilen-Projekte (Screenshot))

Von
  • Oliver Bünte

In der Hamburger Hafencity wurde am Montag der Grundstein für ein 65 Meter hohes Haus mit 18 Stockwerken gelegt, dass weitgehend aus Holz aufgebaut ist. Lediglich der Sockel, untere Geschosse und das Treppenhaus des Hauses sollen aus Beton bestehen. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

Bereits seit November 2020 laufen die ersten Bauarbeiten an dem Projekt nahe der Elbbrücken. Zunächst war es unter dem Namen "Wildspitze" begonnen worden, wurde dann aber in "Roots" umgetauft, um es besser international vermarkten zu können, wie es beim NDR heißt. Das Fundament besteht aus Beton. Es soll allerdings deutlich dünner ausfallen, als solche bei ähnlichen Häusern gleicher Größe in konventioneller Bauweise.

Hinter der Idee steckt die Überlegung, ein so großes Gebäude mit Holz klimaneutral errichten zu können. Ganz billig ist das jedoch nicht: Das Holzhaus mit seinen 181 Wohnungen wird etwa 12 Prozent teurer als ein Gebäude in herkömmlicher Bauweise werden. Wenn das ausreicht. Denn Holz ist ein knapper und entsprechend begehrter Baustoff auf dem Weltmarkt. Die USA und China kaufen derzeit Unmengen an Holz aus Deutschland zu hohen Preisen auf. Preise, die in Deutschland kaum jemand bereit zu zahlen ist. Etwa 5500 Kubilkmeter Bauholz werden für das Haus für Decken, Wände und Fassade benötigt. Insgesamt sei für das Holzhaus eine Investition von 140 Millionen Euro veranschlagt.

Hamburgs Oberbürgermeister Peter Tschentscher (SPD) legte zusammen mit Fabian von Köppen von der Garbe Immobilen-Projekte GmbH und Jörg Soehring, Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung den symbolischen Grundstein des Gebäudes. Letzterer will rund 4000 Quadratmeter des Gebäudes mit der Deutschen Wildtierstiftung belegen – daher auch der ursprüngliche Name "Wildspitze".

Tschentscher ist sich sicher, dass das Holzhaus ein Beispiel für nachhaltigen Häuserbau in Städten ist. "Roots" soll eines der modernsten und nachhaltigsten Wohn- und Bürogebäude in Deutschland sein. Rund 128 der 181 Wohnungen auf rund 20.600 Quadratmetern werden als Eigentumswohnungen vermarktet, 53 Wohnungen von der öffentlichen Hand mitfinanziert. 80 Prozent aller Wohnungen sollen aber bereits vergeben sein.

(olb)