Rückkehr ins Büro: Wieder Mitarbeiterprotest bei Apple

Nun ist "hybride Arbeit" beim iPhone-Konzern Pflicht. In einem Brief wehren sich Angestellte. Die Maßnahme sei weder notwendig noch diene sie der Diversität.

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Apple Park

Blick über den Apple Park, Hauptquartier von Apple in Cupertino.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Seit dem 11. April müssen Apples Mitarbeiter in den USA offiziell ins Büro zurückkehren. Der iPhone-Hersteller hofft, dass sich die Angestellten darüber freuen – auch, weil nur so die laut Apple-Management für die Kreativität so wichtigen "zufälligen glücklichen Begegnungen" möglich seien.

Allerdings sehen größere Teile der Angestellten das anders: Es kommt regelmäßig zu Protesten wegen der sehr eng verfassten "hybriden Arbeit". Nun hat eine Aktivistengruppe, die sich "Apple Together" nennt, einen langen offenen Brief verfasst, in dem der Konzern aufgefordert wird, die Homeoffice-Politik nochmals zu überdenken.

Der aktuelle Ansatz ist gestuft. Seit April darf man bei Apple – zumindest, wenn es der lokale Manager erlaubt –, an höchstens vier Tagen im Homeoffice bleiben. Seit dem 2. Mai wurde die Anwesensheitspflicht im Büro auf zwei Tage erhöht. Ab dem 23. Mai müssen die Mitarbeiter dann mindestens an drei Tagen vor Ort sein, wobei dies stets Montag, Dienstag und Donnerstag sein sollen. Homeoffice-Tage sind dann also nur noch Mittwoch und Freitag.

Im offenen Brief von Apple Together, das keinen offiziellen Status als Gewerkschaft oder Mitarbeitervertretung hat, heißt es nun, die hybride Arbeit verstoße gegen Apples selbst gesetzte Ziele – etwa bei der Diversität. Apples Ansatz mit den zwei Homeoffice-Tagen biete "fast keine Flexibilität" und sei deshalb nur ein Feigenblatt. Durch die nun wieder notwendige Pendelei zum Büro würden "gigantische Mengen an Zeit und Ressourcen, sowohl mentaler als auch physischer Natur" verschwendet. Die "glücklichen Zufälle" beim Zusammentreffen mit Kollegen seien bei Apple sowieso kaum ein Thema, weil der Konzern eine "Silostruktur" habe, in dem die einzelnen Bereiche strikt getrennt sind. "Außerdem haben wir nicht nur ein Büro, sondern viele." Die Silostruktur sei "Teil unserer Kultur". Mit "glücklichen Zufällen" sei diese nicht zu überwinden. Apple habe zudem Möglichkeiten unterbunden, dass sich eine solche Zusammenarbeit online ergibt. "Mitarbeiterclubs" würden aktuell nicht mehr zugelassen, genauso wie geteilte öffentliche Slack-Kanäle, für die Chefs eine Genehmigung erteilen müssen.

Bei der Diversität sorge eine Büropflicht dazu, dass Apple "jünger, weißer und mehr von Männern dominiert" werde – zudem weniger Neurodiversität habe und weniger Behinderte. All das ist den Mitarbeitern zufolge im Homeoffice viel besser. In dem Brief zitieren sie zudem den verstorbenen Apple-Mitbegründer Steve Jobs. Dieser hatte gesagt, es sei sinnlos, clevere Menschen anzustellen, wenn man ihnen dann nur sage, was sie zu tun hätten. "Wir stellen smarte Leute ein, damit sie uns sagen, was wir tun sollen."

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(bsc)