Rückkehr zum Mond: Jeff Bezos bietet zwei Milliarden Dollar für NASA-Auftrag

Jeff Bezos gibt sich weiterhin nicht damit zufrieden, dass die NASA nur SpaceX mit der Entwicklung einer Mondlandefähre beauftragt hat. Nun bietet er Geld.

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Jeff Bezos und Blue Origins Konzept für eine Mondlandefähre

(Bild: Blue Origin)

Von
  • Martin Holland

Jeff Bezos will bis zu zwei Milliarden US-Dollar bezahlen, wenn die NASA im Gegenzug doch wieder einen Wettbewerb um das beste Design für die geplante Mondlandefähre ausruft. Damit versucht der reichste Mann der Welt einmal mehr, eine inzwischen mehr als drei Monaten alte Entscheidung der US-Weltraumagentur zu kippen. Die hatte damals alleine Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX damit beauftragt, die Mondlandefähre zu entwickeln. Während die NASA normalerweise mehrere konkurrierende Aufträge vergibt, war sie in dem Fall davon abgewichen, weil sie schlicht nicht genug Geld hatte um mehr als einen Entwicklungsprozess mitzufinanzieren.

Mit der Landefähre sollen schon 2024 Menschen auf den Mond gebracht werden. SpaceX konnte sich bei der Vergabe des Auftrags im April unter anderem gegen das Raumfahrtunternehmen Blue Origin von Jeff Bezos durchsetzen, das bei seinem Konzept mit den erfahrenen Rüstungskonzernen Lockheed Martin, Northrop Grumman und Draper kooperiert. Üblicherweise beauftragt die NASA aber mindestens zwei Unternehmen, wenn sie auf private Technik setzt, um im Fall von Rückschlägen eine Alternative zu haben. Das konnte sie sich im Fall der Mondlandepläne aber nicht leisten. Blue Origin wollte sich mit der Entscheidung aber nicht zufriedengeben und hatte dagegen auch bereits Einspruch erhoben. Über den dürfte bald entschieden werden.

Für den jüngsten Versuch, die Entscheidung der NASA doch noch rückgängig zu machen, setzt Unternehmenschef Jeff Bezos nun auf einen offenen Brief. Darin bietet er NASA-Chef Bill Nelson an, im Falle einer Einbeziehung alle Kosten in diesem und den kommenden Jahren bis zu einer maximalen Summe von zwei Milliarden US-Dollar selbst zu übernehmen. Gerichtet ist das Schreiben aber wohl in Wahrheit an das US-Parlament, dass für die Genehmigung der Finanzen der NASA zuständig ist, schreibt ArsTechnica. Dort gebe es breite Unterstützung für die Vergabe zweier Aufträge, meint Bezos. Das dürfte daran liegen, dass die Abgeordneten auf lukrative Investitionen in ihren Wahlkreisen hoffen.

Bezos neuerlicher Vorstoß unterstreicht einmal mehr, wie sehr die privaten Raumfahrtunternehmen um SpaceX und Blue Origin trotz der tiefen Taschen ihrer Gründer auf Steuergelder setzen. Der Vertrag über die Mondlandefähre soll etwa SpaceX bis zu 2,89 Milliarden US-Dollar (ungefähr 2,42 Milliarden Euro) einbringen. Gleichzeitig scheint es zweifelhaft, dass der gegenwärtige Zeitplan für die bemannte Rückkehr zum Mond gehalten werden kann. Der Generalinspekteur der NASA etwa hält das für "höchst unwahrscheinlich". Weiterhin hatte er ausgerechnet, dass die NASA für das sogenannte Artemis-Programm schon mehr als 37 Milliarden US-Dollar ausgegeben hat. Weitere 6,6 Milliarden sind bereits genehmigt und mindestens 42 Milliarden US-Dollar noch nötig.

(mho)