Rückruf VW Touran mit Erdgasantrieb: Korrosion an Tanks

Volkswagen muss erneut ein Erdgas-Auto zurückrufen. Im Touran TGI kann der Tank nach einer Korrosion bersten.

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VW Touran EcoFuel

Einen VW Touran konnte man bis zum Modellwechsel 2015 auch mit Erdgasantrieb kaufen. Die noch aktuelle Generation gibt es nur mit Benzin- und Dieselmotoren.

(Bild: VW)

Von
  • Martin Franz
  • mit Material der dpa

Es ist nicht das erste Mal, dass Volkswagen Modelle mit Erdgas-Tank zu einer Prüfung außer der Reihe in die Werkstätten rufen muss. Betroffen sind in diesem Fall weltweit 21.014 Touran, deren Tank durch Korrosion so instabil werden kann, dass er im schlimmsten Fall bersten kann.

In Deutschland müssen dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge 8325 VW Touran aus den Baujahren 2005 bis 2015 überprüft werden. Der Rückruf betrifft sowohl den 2.0 EcoFuel (gebaut bis 2009) wie auch den Nachfolger 1.4 TSI EcoFuel (gebaut bis 2015). Der Rückruf ist beim KBA unter der Nummer 011770 hinterlegt. Unter der Telefonnummer 0800 / 865 579 24 36 können sich Kunden direkt an Volkswagen wenden.

Der Schaden tritt an den hinteren zwei von insgesamt vier Gasflaschen auf, die bei Routine-Checks nicht ganz von außen eingesehen werden können. Dort kann es zu unbemerkter Korrosion kommen. Eine langfristige Materialschwächung führt dann "im ungünstigsten Fall" zu einem schlagartigen Austritt des CNG-Gemischs. Daher sollen die betroffenen Autos intensiv untersucht werden, hieß es in Wolfsburg. Bei "umfangreichen Qualitätsüberprüfungen" habe man das Problem festgestellt, die Besitzer würden jetzt angeschrieben. Die Autos würden genau inspiziert, Gasflaschen bei Bedarf vorläufig deaktiviert oder ersetzt.

Im April hatte sich ein Touran-Fahrer im ostfriesischen Wittmund Verbrennungen an den Beinen zugezogen, als während des Tankens der gasförmige Treibstoff plötzlich aus einem Vorratsbehälter ausgetreten war. Er hatte vermutlich Glück im Unglück, denn frühere Unfälle liefen weit weniger glimpflich ab. Im niedersächsischen Duderstadt barst 2016 eine Flasche und verletzte den Fahrer schwer. Mehrere Tankstellenkonzerne hatten daraufhin ihren Stationen empfohlen, vorübergehend kein Erdgas mehr zu verkaufen.

(mfz)