Russisch-kanadischer Bürger für Teilnahme in Lockbit-Kampagne angeklagt

In Kanada wartet ein russisch-kanadischer Einwohner auf seine Auslieferung in die USA. Er soll wegen der Teilnahme an Lockbit-Erpressungen angeklagt werden.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 9 Beiträge

(Bild: Wirestock Images/Shutterstock.com)

Von

Der in Kanada inhaftierte 33-jährige russisch-kanadische Bürger Mikhail V. soll in die USA ausgeliefert werden. Dort erwartet ihn eine Anklage wegen vermeintlicher Beteiligung an einer weltweiten Ransomware-Kampagne der Lockbit-Cybergang. Am Mittwoch dieser Woche wurde er verhaftet.

Wie das US-Justizministerium mitteilt, ist die Verhaftung "das Ergebnis von über zweieinhalb Jahren Ermittlungen gegen die Ransomware-Gruppe LockBit, die Opfer in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt geschädigt hat".

Die stellvertretende Generalstaatsanwältin Lisa O. Monaco führt weiter aus, dass das "eine weitere Warnung an Ransomware-Akteure sein soll: In Zusammenarbeit mit Partnern auf der ganzen Welt wird das Justizministerium weiterhin Cyber-Bedrohungen zerschlagen und die Täter zur Rechenschaft ziehen. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir jedes verfügbare Mittel einsetzen, um Cyberkriminelle zu stören, abzuschrecken und zu bestrafen".

"Die gestrige erfolgreiche Verhaftung zeigt, dass wir in der Lage sind, den Druck auf unsere Gegner aufrechtzuerhalten und unnachgiebig anzuwenden", wird der stellvertretende FBI-Direktor Paul Abbate zitiert. Das FBI habe demzufolge mit föderalen und internationalen Partnern erfolgreich "beharrliche Ermittlungsbemühungen" angestrengt.

Der Mitteilung des Justizministeriums zufolge haben die Drahtzieher hinter Lockbit ihre Ransomware seit 2020 gegen mindestens 1000 Opfern in den USA und weltweit eingesetzt. Dabei hätten sie mindestens Lösegeldforderungen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar gestellt. Der Beschuldigte soll an der Lockbit-Kampagne beteiligt gewesen sein. Ihm wird "Verschwörung zur absichtlichen Zerstörung geschützter Computer" sowie die Übermittlung von Lösegeldforderungen vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.

Die Lockbit-Cybergang ist derweil weiter aktiv. Derzeit ist das DAX-Unternehmen Continental etwa Opfer einer Erpressungskampagne. Allein in diesem Fall wollen die Cyberkriminellen 50 Millionen US-Dollar Lösegeld erpressen.

(dmk)