Russische RISC-V-Rechner am Horizont

Die russische Staatsfirma Rostec entwickelt mit Yadro und Syntacore bis 2025 einen RISC-V-Prozessor für Notebooks, Desktop-PCs und Server.

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RISC-V-Kern Syntacore SCR7

(Bild: Syntacore (Синтакор))

Von
  • Christof Windeck

Der 2007 gegründete Staatskonzern Rostec (Ростех) kooperiert mit dem russischen IT-Unternehmen Yadro bei der Entwicklung von Prozessoren mit der offenen Befehlssatzarchitektur RISC-V. Die CPU-Kerne steuert die russische Firma Syntacore (Синтакор) bei, die schon seit einigen Jahren an RISC-V-Technik arbeitet. Ende 2019 hat der russische IT-Konzern Yadro strategisch in Syntacore investiert. Yadro wiederum gehört zur ICS Holding (ИКС Холдинг).

Laut einem Bericht der Moskauer Zeitung Wedomosti (Ведомости), aus dem Anandtech zitiert, planen die Entwicklungspartner bis zum Jahr 2025 einen RISC-V-Prozessor mit acht Kernen und 2 GHz Taktfrequenz, der mit 12-Nanometer-Strukturen gefertigt werden soll. Dieser Prozessor soll zunächst in PCs und Mobilrechnern bei Rostec selbst zum Einsatz kommen, aber auch in Schülernotebooks, im Gesundheitswesen sowie in Behörden.

Welcher Grafikkern in dieses System-on-Chip integriert werden soll, ist unbekannt.

Der bisher stärkste RISC-V-Kern von Syntacore ist der SCR7, der für Cluster aus vier oder acht Kernen ausgelegt ist. Der SCR7 hat L1- und L2-Caches und erfüllt die RISC-V-Spezifikation RV64GC, für die viele Linux-Distributionen ihren Code optimieren. Kürzlich hat etwa Canonical RISC-V-Varianten von Ubuntu 20.04.2 LTS und 21.04 für Entwicklerboards von SiFive veröffentlicht; ähnliche Pläne hat auch Fedora, aber hier scheint es nicht so schnell voranzugehen.

Mit einer geschätzten Performance von 4 Coremark-Punkten pro Megahertz liegt der SCR7 aber deutlich hinter aktuellen ARM-Cortex-Kernen zurück. Möglicherweise entwickelt Syntacore daher einen stärkeren Kern.

Die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) hatte kürzlich ihre Pläne für den XiangShan-Kern vorgestellt, der in einigen Jahren an einen ARM Cortex-A76 herankommen soll. Ein eng verwandter Kern steckt beispielsweise im Qualcomm Snapdragon 7c Gen2, den Samsung ins günstige Windows-ARM-Notebook Galaxy Book Go lötet.

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(ciw)