Russland gibt Blockadeversuche gegen Telegram auf

Nach langem Hin und Her gibt die russische Kommunikationsaufsicht auf und will nicht länger versuchen, Telegram zu blockieren. Geklappt hatte das sowieso nicht.

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Russland gibt Blockadeversuche gegen Telegram auf

(Bild: Alexander Yakimov/Shutterstock.com)

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  • dpa

Die russischen Behörden wollen den populären Messenger Telegram nicht länger blockieren. In Absprache mit der Generalstaatsanwaltschaft werde nicht weiter versucht, den Zugang zu dem Dienst einzuschränken, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor am Donnerstag in Moskau mit. Sie verwies zur Begründung auf Aussagen von Telegram-Gründer Pawel Durow, Ermittler im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus unterstützen zu wollen. Telegram war offiziell verboten, konnte aber genutzt werden.

Kommentatoren meinten, Roskomnadsor habe mit der Entscheidung vor Telegram kapituliert. Der Dienst hatte sich mit den russischen Behörden angelegt und sich geweigert, verschlüsselte Daten offenzulegen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB vermutete, dass auch Terroristen die Kommunikation nutzen. Der Messenger verschlüsselt Chatinhalte zwar, aber außer in den sogenannten geheimen Chats nicht Ende-zu-Ende und auch da nicht mit einem bewährten oder erprobten Protokoll. Es gäbe also eine Möglichkeit, mindestens auf die meisten Konversationen zuzugreifen. Diesen Zugriff hat das Unternehmen aber verweigert, vorgeblich weil das die Privatsphäre der Nutzer verletzen würde.

Durow schrieb bei Telegram: "Unsere Erfahrung in Dutzenden Ländern in den vergangenen sechs Jahren zeigt: Der Kampf gegen den Terrorismus und das Recht auf Privatsphäre bei der persönlichen Korrespondenz schließen sich nicht aus." Die Methoden zur Aufdeckung und Beseitigung extremistischer Propaganda seien verbessert worden, sagte er. Immer wieder würden Aufrufe zu Gewalt und Terror gestoppt.

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Durow gilt als russischer Mark Zuckerberg. Aus Angst vor politischer Verfolgung lebt er im Ausland. Er hat auch das soziale Netzwerk Vkontakte gegründet, das russische Pendant zu Facebook.

Abgeordnete der Staatsduma schrieben erst kürzlich eine Gesetzesvorlage zur offiziellen Freigabe von Telegram. Sie argumentierten, dass selbst russische Beamten den Nachrichtenkanal offiziell als Informationsquelle nutzen würden.

(mho)