Russlands Zentralbank empfiehlt Verbot von Kryptowährungen

An Bitcoin & Co. kann die russische Zentralbank offenbar nur Schlechtes finden und empfiehlt ein umfassendes Verbot in Russland.

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(Bild: kb-photodesign/Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg

Die russische Zentralbank hat sich dafür ausgesprochen, jegliche Nutzung sowie das Mining von Kryptowährungen zu untersagen. In einem am Donnerstag veröffentlichten Arbeitspapier argumentieren die Währungshüter, dass der Nutzen von Kryptogeld sehr begrenzt sei, es nur zur Spekulation diene und auch Anzeichen eines betrügerischen Pyramidenspiels trage. Aktuell sind Kryptowährungen in Russland noch legal, dürfen aber nicht als Zahlungsmittel eingesetzt werden.

Im Arbeitspapier der Zentralbanker wird unter anderem kritisiert, dass Kryptowährungen wegen ihrer starken Wertschwankungen hohe Verlustrisiken für Einzelpersonen mit sich brächten. Sie würden zudem die geldpolitische Autorität einer Zentralbank untergraben und auch der Volkswirtschaft schaden, wenn ihrem Finanzwesen Mittel zugunsten von Kryptoinvestments entzogen würden. Hinzu käme auch eine weitverbreitete Nutzung für illegale Zwecke wie Geldwäsche, Drogenhandel oder Erpressungsmaschen. Eine völlige Transparentmachung von Kryptowährungstransaktionen, um den Einhalt zu gebieten, sei nicht möglich.

Auf dieser Basis folgt dann die Empfehlung eines weitreichenden Verbotes. So sollte die bestehende Gesetzgebung, Kryptowährungen nicht als Zahlungsmittel für Güter, Dienstleistungen und Arbeit zuzulassen, beibehalten und um Strafen bei Zuwiderhandlung erweitert werden. Die Schaffung und das Inumlaufbringen von Kryptowährungen solle im Staatsgebiet Russlands verboten werden – was auch ein Verbot von jeglichen Tauschbörsen oder P2P-Diensten beinhalte. Ebenso sollten jegliche Investments in Kryptowährungen durch Finanzdienstleister, Banken oder Ähnliche nicht mehr erlaubt sein.

Ähnlich strikt sieht die Zentralbank auch das Mining, also die Hashwert-Berechnungen, die etwa Bitcoin und Ethereum zur Verteilung des Rechts auf Eintragung neuer Blöcke in ihren Blockchains verwenden. Das Mining erfordere den unproduktiven Verbrauch von Elektrizität und bedrohe damit die Stromversorgung für Bürger, Behörden und Unternehmen. Ebenfalls könne es auch die Umsetzung der russischen Umweltziele behindern. Auch hier wäre ein Verbot das Mittel der Wahl. Laut Zahlen der Universität Cambridge kommen rund 11 Prozent der weltweiten Hashingleistung für den Bitcoin aus Russland.

Ob die russische Regierung den Empfehlungen der Zentralbank folgt, bleibt abzuwarten. Ähnlich drastische Schritte hat bislang beispielsweise China gesetzt. Vergangenes Jahr hatten Chinas Behörden zunächst seit Mai den Kryptowährungsminern den Stecker gezogen. Im September war darauf ein Verbot jeglicher Transaktionen in Verbindung mit Bitcoin & Co. erlassen worden.

(axk)