Ryzen 7020: AMD bringt Mobilprozessoren für Einsteigernotebooks

Die ersten Notebooks mit mobilen Ryzen-7000-Prozessoren sollen noch vor Jahresende im Handel stehen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 42 Beiträge

(Bild: AMD)

Von
  • Florian Müssig

Bislang sind neue Ryzen-Prozessoren immer am oberen Ende des Leistungsspektrums gestartet, doch bei Ryzen 7000 ist das anders: Die drei Modelle Ryzen 5 7520U, Ryzen 3 7320U und Athlon Gold 7220U sind für Einsteiger-Notebooks gedacht. Anders als zuletzt praktiziert, verwendet AMD für die drei CPUs keine abgespeckten Dies stärkerer Ryzen, sondern bringt erstmals seit langem wieder ein eigens für den Low-End-Markt entworfenes Design. Der Codename des Entwurfs lautet Mendocino – wobei wohl die kalifornische Stadt Namespate stand und nicht Michael Holms Schlager über selbige ...

Die drei Mendocino-Prozessoren alias 7020-Serie im neuen Namensschema bieten zwei (Athlon) oder vier (Ryzen) ältere Zen-2-Kerne mit SMT. Sie werden von TSMC im modernen Fertigungsprozess N6 gefertigt. Bei der Energieeffizienz dürfte auch helfen, dass AMD ausschließlich aufgelöteten LPDDR5-Speicher vorsieht. Offensichtlich war AMD lange Akkulaufzeiten wichtig: 12 Stunden und mehr sollen keine Ausnahme sein.

AMDs 7020er-Prozessoren (Mendocino)
Modell Kerne / Threads Takt / Turbo Cache GPU
Ryzen 5 7520U 4 / 8 2,8 / 4,3 GHz 6 MByte Radeon 610M
Ryzen 3 7320U 4 / 8 2,4 / 4,1 GHz 6 MByte Radeon 610M
Athlon Gold 7220U 2 / 4 2,4 / 3,7 GHz 5 MByte Radeon 610M

Die integrierte GPU nutzt RDNA-2-Technik und bietet somit alle zeitgemäßen Funktionen von Videobeschleunigung gängiger Codes über vier Display-Ausgänge bis hin zur Unterstützung von Raytracing-Effekten. Auf letztere sollte man allerdings nicht allzuviel geben, denn wie alle integrierten GPUs reicht die 3D-Leistung nicht für detailreiche Spielwelten aus. AMD hat bislang nicht bekannt gegeben, wieviel Compute Units (CUs) Mendocino enthält. Zum Vergleich: Die Radeon 680M im Ryzen 7 6800U hat zwölf CUs. Die Mendocino-GPU heißt hingegen offiziell Radeon 610M und dürfte demnach deutlich schwächer bestückt sein.

Zu den Schnittstellen macht AMD bislang ebenfalls keine Angaben. Wir gehen angesichts der Positionierung davon aus, dass "nur" USB mit 10 Gbit/s und PCIe 3.0 an Bord sind. USB4 und PCIe 4.0 dürften Ryzen 6000U und künftigen stärkeren 7000er-Modelle vorbehalten bleiben. Letztere sollen erst irgendwann in 2023 folgen.

Erste Notebooks mit 7020er-Prozessoren sollen dagegen noch vor Jahresende im Handel ankommen. Ganz vorne mit dabei sollen Acer (Aspire 3), HP (HP 17) und Lenovo (IdeaPad 1) sein. Zuerst sollen Ausstattungsvarianten mit Ryzen 3 7320U erscheinen.

Erste Notebooks mit den neuen 7020er-Prozessoren sollen noch vor Jahresende 2022 erhältlich sein.

(Bild: AMD)

Laut AMD sollen Mendocino-Systeme einen Preisbereich von 400 bis 700 US-Dollar abdecken. Angaben zu Euro-Preisen liegen nicht vor; angesichts des schwachen Euros und entsprechend verschobenen Wechselkursen wäre es leider nicht verwunderlich, wenn man hierzulande einen Hunderter draufschlagen muss.

Mehr von c't Magazin Mehr von c't Magazin

(mue)