SAP bestätigt vorläufige Bilanzzahlen

Das Geschäftsjahr 2020 lief für SAP besser als befürchtet. 2021 will der Softwarkonzern endlich mehr ERP-Kunden in die Cloud locken.

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SAP

Mit dem iPad sollen in Zukunft SAP-Programme gesteuert werden können.

(Bild: dpa, Uli Deck/Archiv)

Von
  • Achim Born

Nach dem enttäuschenden vierten Quartal mit Kursrückschlägen schloss SAP das Jahr 2020 versöhnlich ab. Wie vorab gemeldet übertraf das Softwarehaus alle angepassten Umsatzziele und erreichte das obere Ende der Prognose für das Betriebsergebnis.

Die Umsatzerlöse verringerten sich zwar gegenüber 2019 um 1 Prozent auf 27,34 Mrd. Euro. Ohne Währungseffekte lagen sie mit 27,9 Mrd. Euro jedoch leicht über der Prognose. Dem heute veröffentlichten Zahlenwerk ist auch zu entnehmen, dass es mit den Cloud-Geschäften aufwärts geht. Aufs Jahr gesehen steuerten die zugehörigen Einnahmen mit 8,08 Mrd. Euro (+17 %) mehr als doppelt soviel bei wie das angestammte Lizenzgeschäft, das 3,642 Mrd. Euro (-20 %) einfuhr.

Das Cloud-Geschäft hätte ohne den Corona-Effekt vermutlich noch besser abgeschnitten, da sich insbesondere die wegbrechenden Umsätze mit dem Reisemanagementdienst Concur dämpfend auswirkten. Mit reinen SaaS/PaaS-Angeboten sowie IaaS-Services will SAP 2019 die Einnahmen jedenfalls jeweils um 27 Prozent gesteigert haben. Als gutes Geschäft entpuppt sich jetzt auch die Übernahme von Qualtrics vor rund zwei Jahren. Der Preis von rund 8 Mrd. Dollar für den Anbieter einer Feedback-Plattform mit einem Umsatz von circa 350 Mio. Dollar wirkte seinerzeit befremdlich. Im abgelaufenen Jahr trug die Tochterfirma 681 Mio. Euro (+34 %) bei. Und der gestrige Börsengang von Qualtrics spülte den Walldorfern ordentlich Cash zur Schuldentilgung und Dividendenerhöhung in die Kasse.

Den Current Cloud Backlog – also vertraglich zugesicherten Erlösen in den kommenden zwölf Monaten – beziffert SAP mit 7,15 Mrd. Euro (+7 %). Insgesamt hofft das Management auf Cloud-Umsätze (währungsbereinigt) zwischen 9,1 Mrd. und 9,5 Mrd. Euro und erwartet eine Wachstumsrate von 13 Prozent bis 18 Prozent. Ein Mittel für mehr Cloud-Einnahmen soll die kürzlich vorgestellte RISE with SAP-Initiative sein. Das Angebot soll Anwender animieren, ihre geschäftskritischen Systeme endlich in die Cloud zu verlagern. Unter dem RISE-Dach schnürt der Konzern ein „ganzheitliches Paket aus Services und Cloud-Produkten“ zu einer vereinheitlichten Subskriptionsgebühr und mit einem zuständigen Vertragspartner für Service Level Agreement, Betrieb und Support. Das Versprechen lautet, dass Unternehmen damit ihre Geschäftsabläufe in der Cloud neu erschließen und verbessern können.

In diesem Zuge verkündete SAP auch, die Berliner Signavio – Anbieter einer Prozesssuite – zu übernehmen, um die geschäftlichen Vorteile einer Transformation Richtung Cloud herauszustellen. Insbesondere mit Blick auf die angestammte Klientel ist das wohl auch dringend geboten. Denn der Umstieg auf die neue ERP-Softwaregeneration S4/HANA läuft betulich und auf die Cloud-Ausführung derselben noch behäbiger. Von den den weltweit 16 000 S/4HANA-Kunden wählte Ende 2020 dem Vernehmen noch nicht einmal jeder Vierte die Cloud-Version.

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(jd)