SAP trotzt Corona-Krise unerwartet mit starkem zweiten Quartal

SAP hat im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 2 Prozent erzielt. Das Geschäft mit Cloudsoftware lief gut, das Lizenzgeschäft weniger.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 13 Beiträge

(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)

Von

Europas größter Softwarehersteller SAP hat in der Corona-Krise ein unerwartet starkes zweites Quartal hingelegt. Nachdem das Unternehmen die Pandemie im ersten Quartal vor allem in Asien so stark zu spüren bekommen hatte, dass Vorstandschef Christian Klein und Finanzchef Luka Mucic die Prognosen hatten stutzen müssen, fuhr SAP nach vorläufigen Zahlen nun überraschend viel Umsatz und Gewinn ein, wie aus der Mitteilung von SAP vom späten Mittwochabend hervorgeht.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Das war deutlich mehr, als Analysten im Schnitt zuvor mit rund 1,8 Milliarden Euro erwartet hatten. "Unsere schnelle Reaktion auf die Krise auf der Kostenseite förderte einen starken Anstieg des Betriebsergebnisses und der Marge", sagte Finanzchef Mucic angesichts der vorläufigen Ergebnisse für das zweite Quartal.

Auch der Umsatz zog mit plus 2 Prozent auf 6,74 Milliarden Euro überraschend an, Experten hatten mehrheitlich mit einem Rückgang gerechnet. "Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Teams das sehr schwierige Umfeld erfolgreich gemeistert und ein besseres Quartalsergebnis erreicht haben als erwartet", sagte Vorstandschef Klein. Die breite Angebotspalette des Konzerns spiele eine entscheidende Rolle für die Digitalisierung bei den Kunden. "Dadurch können unsere Kunden gestärkt aus der Krise hervorgehen", sagte Klein.

Treiber war bei den Erlösen erneut das Geschäft mit Cloudsoftware, das um rund ein Fünftel auf 2,04 Milliarden Euro zulegte. Normalerweise verzeichnet SAP hier noch höhere Wachstumswerte. Doch das Geschäft wurde im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Krise durch geringere volumenabhängige Transaktionsumsätze beeinflusst – etwa bei der Beschaffungsplattform Ariba verdient SAP am abgewickelten Handelsvolumen, das in der wirtschaftlichen Flaute gelitten haben dürfte.

Der Auftragsbestand der bereits geschlossenen Cloudverträge dürfte allerdings voraussichtlich um ein Fünftel gewachsen sein, hieß es. Die Nachfrage nach digitalen Logistikketten, E-Commerce, der Cloudplattform und nach Lösungen der Marktforschungstochter Qualtrics sei weiterhin hoch.

Bei den konjunktursensiblen Lizenzerlösen schnitt SAP trotz eines Rückgangs um 18 Prozent deutlich besser ab als befürchtet, Analysten hatten mit einem noch herberen Dämpfer gerechnet. Im ersten Quartal waren die lukrativen Einmalverkäufe wegen der Corona-Pandemie bereits eingebrochen. Insbesondere Asien und Japan hätten in dem Geschäft aber nun eine starke Erholung erlebt, hieß es.

SAP bestätigte die nach dem ersten Quartal gesenkten Jahresprognosen. Nachdem sich die Corona-Krise im letzten Monat des ersten Quartals weltweit deutlich auf die Wirtschaft ausgewirkt habe, sei die Geschäftstätigkeit im Laufe des zweiten Quartals allmählich wieder angezogen, hieß es von SAP. Zahlen zum Nettoergebnis nannte SAP zunächst nicht, die detaillierten Ergebnisse legt SAP am 27. Juli vor.

(olb)