SAP will diskriminierende Fachbegriffe verbannen

"Master", "Slave", "Blacklist" und "Whitelist" sollen im Sprachgebrauch von SAP nicht mehr vorkommen, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

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(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Der Software-Konzern SAP will künftig keine Fachbegriffe mehr im Wortschatz des Unternehmens dulden, die direkt oder unterschwellig das Gefühl aufkommen lassen, rassistisch zu sein. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, soll SAP-Vorstand und CIO des Konzerns Jürgen Müller angeregt haben, dies zu ändern.

Nach Darstellung von Müller sei ihm selbst der unterschwellige Rassismus in der IT-Fachsprache erst kürzlich bewusst geworden, schreibt die FAZ. Als Beispiel nennt Müller die Begriffe "Master" und "Slave". Es sei an der Zeit, ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. "Wir werden deshalb diskriminierende Fachbegriffe ersetzen", zitiert die Zeitung Müller. Der Konzern will so vermeiden, dass sich Mitarbeiter ausgegrenzt fühlen könnten.

Neben den Begriffen "Master" und "Slave" soll es auch um "Whitelist" und "Blacklist" gehen. Sie sollen künftig durch "Sperr- und Erlaubnislisten" ersetzt werden. "Master" und "Slave" sollen in "Leitsystem" und "Folgesysteme" umbenannt werden. Sofern noch weitere rassistisch anmutende Begriffe gefunden werden, sollen auch diese bei SAP gegen andere ausgetauscht werden.

Die neuen Sprachregeln sollen innerhalb eines halben Jahres eingeführt und für alle Materialien wichtiger SAP-Produkte umgesetzt werden, darunter Dokumentationen, Trainingsmaterialien, Benutzeroberflächen und Webseiten, heißt es in dem Bericht der FAZ weiter. Das gelte auch für Programmcode, der "potenziell einsehbar ist".

SAP setzt sich nach eigenen Angaben für Vielfalt im Unternehmen und Inklusion ein und wolle in Europa ein Vorreiter und Vorbild im Kampf gegen den Rassismus sein. Mit Blick auf die getöteten Afroamerikaner in den USA, darunter George Floyd, sei beides Teil der Unternehmenspolitik SAPs. Entsprechend wolle sich SAP stärker für soziale Gerechtigkeit und gleiche Bildungschancen einsetzen und Afroamerikaner stärker fördern. Wie die FAZ schreibt, will Müller die Anzahl afroamerikanischer Angestellter verdoppeln. Eine genaue Zahl nannte er demnach aber nicht.

Bereits im Juli hatte der Intel-Mitarbeiter und Linux-Entwickler Dan Williams vorgeschlagen die Coding-Richtlinien von Linux zu überarbeiten. Dabei schlug er vor, Begriffe wie "Master", "Slave" und "Blacklist" zu vermeiden.

(olb)