SETI: Keine Spur außerirdischer Technologie bei 10 Millionen Sternen gefunden

Mit einem Radioteleskop in Australien haben Astronomen ganz genau nach Spuren außerirdischer Technik gesucht. Ohne Erfolg.

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Antennen des Murchison Widefield Array

(Bild: Dragonfly Media)

Von
  • Martin Holland

Bei der bisher breitesten Suche auf vergleichsweise niedrigen Frequenzen hat ein Radioteleskop in Australien bei mindestens 10 Millionen Sternen keine Spur von intelligentem Leben gefunden. Im Vergleich zu allen früheren Suchen, fahndete das Murchison Widefield Array (MWA) damit bei der Hundertfachen Menge an Sternen – ohne Erfolg. Durchgeführt wurde die Suche von Chenoa Tremblay und Steven Tingay vom International Centre for Radio Astronomy Research (ICRAR), wie die Forschungseinrichtung mitteilte. Weitreichende Schlüsse wollen sie aus dem Resultat demnach aber nicht ziehen, immerhin sei das immer noch nur ein Bruchteil aller bekannten Sterne gewesen.

Wie die Wissenschaftler nun in den Publications of the Astronomical Society of Australia erläutern, suchten sie mit dem Radioteleskop in dem Frequenzbereich zwischen 98 und 128 Megahertz, also in etwa dem UKW-Bereich. Ausgerichtet haben sie das Observatorium auf das südliche Sternbild Segel des Schiffs (Vela). Insgesamt suchten sie demnach für 17 Stunden nach sogenannten Technosignaturen, also technischen Spuren außerirdischen (intelligenten) Lebens. Damit sei die Analyse deutlich breiter und tiefer gewesen, als alle vorherigen SETI-Suchen (Search for Extraterrestrial Intelligence) dieser Art.

Obwohl die Suche damit deutlich feiner gewesen sei, habe ihn das Ergebnis nicht geschockt, versichert Tingay und zitiert Douglas Adams. Der hat in "Per Anhalter durch die Galaxis" erklärt, dass der Weltraum groß ist, "sehr groß". Tingay vergleicht die Analyse mit einer Suche nach etwas in den Ozeanen der Erde, für die man lediglich die Menge eines Swimming Pools an Wasser untersucht. Ganz anders werde das mit dem geplanten gigantischen Radioteleskop SKA (Square Kilometre Array) aussehen, das etwa 50 Mal so sensibel sein werde. Gleichzeitig sieht er aber auch in der aktuellen Analyse ihren Wert, denn da wir überhaupt nicht wissen, wie (eventuell existierende) Außerirdische kommunizieren, müssten wir auf ganz verschiedene Arten suchen.

(mho)