Als Gravitationslinse: Sonne als Knoten in außerirdischem Kommunikationsnetz?

Für die interstellare Kommunikation könnten Außerirdische Sterne als Gravitationslinsen benutzen. Das meint ein US-Forschungsteam und sucht nach Spuren.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 71 Beiträge

Darstellung der Funktionsweise der vorgeschlagenen Technik

(Bild: Dani Zemba/Penn State)

Sollten mögliche außerirdische Zivilisationen Sterne als Gravitationslinsen für interstellare Kommunikationsnetzwerke benutzen, könnten wir diese Signale eventuell finden. Das jedenfalls meint eine Gruppe von Doktoranden der Pennsylvania State University – bei einer Beobachtungskampagne haben sie innerhalb einer einzelnen Nacht aber keine solchen Signale gefunden. Gesucht haben sie nach Anzeichen einer möglichen Sonde, die an einem Gravitationsbrennpunkt der Sonne platziert sein könnte, um Signale von Alpha Centauri zu empfangen. Auch wenn das Team dabei nicht fündig wurde, hält es eine erweitere Suche für durchaus lohnenswert. Außerdem werde bereits analysiert, ob in Archivaufnahmen noch Erkenntnisse warten.

Sogenannte Gravitationslinsen wurden bereits in der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein vorhergesagt. Dabei handelt es sich um besonders massereiche Objekte, die elektromagnetische Wellen biegen und beispielsweise fokussieren. Bekannt ist der Effekt primär aus der optischen Astronomie, Objekte hinter einer Gravitationslinse erscheinen aufgrund des abgelenkten Lichts für uns an einem anderen Ort am Nachthimmels als an ihrer eigentlichen Position. Die erste veröffentliche Aufnahme des neuen Weltraumteleskops James Webb etwa enthielt eine besonders beeindruckende Gravitationslinse. Das Forschungsteam um Nick Tusay geht nun davon aus, dass fortschrittliche außerirdische Zivilisationen den Effekt nutzen könnten, um Radiowellen durchs All zu senden.

"Wir haben uns auf Radiowellen konzentriert, weil die großartig dazu geeignet sein, im Weltraum zu kommunizieren", ergänzt die an der Arbeit beteiligte Macy Huston. Ihr Team hat sich bei der Suche demnach auf bestimmte Wellenlängen beschränkt, die in der SETI-Forschung (für "Search for Extraterrestrial Intelligence") schon länger als ideal angesehen werden, weil in denen keine Signale von anderen kosmischen Objekte stören. Trotzdem sind sie bei einer Suche mit dem Green Bank Telescope innerhalb einer Nacht nicht fündig geworden.

Das sei aber kein Grund, nicht weiter zu suchen. Rund um die Welt benutzten Menschen Netzwerke, um zu kommunizieren und im interstellaren Raum sei es sinnvoll, Sterne als Linsen zu benutzen. Wo die dafür nötigen Sonden platziert sein müssten, könnten wir ermitteln, meint Tusay. Die Forschungsarbeit wurde zur Veröffentlichung im Astronomical Journal angenommen.

(mho)