SMS-Comeback dank Facebook-Ausfall

Plötzlich schickten die Deutschen viel mehr SMS. Grund war der sechsstündige Ausfall bei Facebook, WhatsApp und Instagram.

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Seniorin ärgert sich über ihr Handy

(Bild: fizkes / Shutterstock.com)

Von
  • Ludwig Gundermann

Zur Überraschung der deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber hat Facebooks Panne zu einem sprunghaften Anstieg des SMS-Verkehrs geführt. Bei der Deutschen Telekom hat sich das SMS-Aufkommen im Störungszeitraum gegenüber dem normalen Volumen sogar verachtfacht.

Bei O2 schrieben die Kunden zirka doppelt so viele SMS wie noch am Vorabend. Absolute Spitzenzeit war zwischen 20 und 21 Uhr: Da wurden zirka 2,9 Millionen SMS versendet. Im Mobilfunknetz Vodafones gab es in eine Verdreifachung der SMS-Nutzung: 20 Millionen statt üblicher 6-7 Millionen Kurznachrichten wurden verschickt. Auch die Telefonminuten haben generell zugelegt, wenn auch nur im zweistelligen Prozentbereich.

Bei der über Mobilfunknetze übertragenen Datenmenge stellten die drei Netzbetreiber keine deutlichen Veränderungen fest. Sie führen dies darauf zurück, dass Texte und Fotos der Sozialen Netzwerke im Vergleich zu Videostreaming deutlich weniger Daten verbrauchen. Die Deutsche Telekom gibt einen Rückgang von 4 Prozent des üblichen Datenaufkommens durch Kunden an. Bei der Service-Hotline gab es mit 15.000 Anrufen eine Verdopplung der Nachfrage. O2 und Vodafone äußern sich hierzu nicht.

Allen Netzen gemein waren millionenfache Neustarts mobiler Endgeräten und Router, da die Nutzer ausschließen wollten, dass der Fehler an ihrer Hardware liegt. Auf Twitter freute sich der WhatsApp-Konkurrent Signal, dass er Millionen von Neukunden begrüßen durfte. Allerdings konnten nicht alle auf den vollen Funktionsumfang zugreifen. Mutmaßlich waren die Server durch die überraschende Flutwelle temporär überlastet. Signal arbeitete hart an einer Lösung.

Technische Probleme bei Facebook und seinen Töchtern WhatsApp und Instagram führten am Montag zu einem rund sechsstündigen Ausfall. Facebook erklärt dies mit fehlerhafter Konfiguration eigener Router. Dadurch sei der Datenverkehr zwischen den Rechenzentren zusammengebrochen, weshalb viele Apps ausgefallen sind.

Das hat tausende Unternehmen und Unternehmer von Kunden abgeschnitten. Einige Facebook-Mitarbeiter konnten ihre Büros nicht mehr betreten. Dies zeigt, wie abhängig die Welt von einem einzelnen Unternehmen geworden ist.

(ds)