SSDs: Preissteigerungen wegen Chipmangel und hoher Nachfrage

Die hohen Lagerbestände von NAND-Flash-Speicher sind aufgebraucht; SSD-Controller bleiben weiterhin Mangelware.

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SSD, Speicher, Festplatte

(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

SSDs sollen im zweiten Quartal 2021 teurer werden. Das liegt zum einen an einer hohen Nachfrage und zum anderen an einem Mangel von SSD-Controllern, der seit Monaten anschwillt. Die früher hohen Lagerbestände von NAND-Flash-Bausteinen, die zu niedrigen Preise führten, sind laut den Marktforschern von TrendForce inzwischen abgebaut und sollen sich jetzt auf einem gesunden Niveau befinden.

Der Bedarf an SSDs ist weltweit hoch: Die Nachfrage nach Notebooks für mobiles Arbeiten bleibt auf einem hohen Niveau, zudem beginnen Server-Hersteller wieder mit dem Ausbau von Rechenzentren. Chinesische Firmen bestellen vermehrt NAND-Flash für den Bau von Smartphones – offenbar werden wegen des Handelskonflikts mit den USA Bausteine gebunkert. TrendForce schätzt, dass die meisten produzierten NAND-Flash-Chips in den Smartphone-Markt fließen.

Die durchschnittlichen Preissteigerungen von Endkunden-SSDs für Desktop-PCs und Notebooks prognostizieren die Marktforscher zwischen April und Juni 2021 auf drei bis acht Prozent. Sie schließen noch höhere Erhöhungen aufgrund von Ungewissheiten jedoch nicht aus. Anfang Februar nahm TrendForce an, dass die Kosten im zweiten Quartal 2021 stabil bleiben würden.

Eine der Ungewissheiten sind schlecht verfügbare SSD-Controller, die mit gröberen Halbleiterstrukturen von beispielsweise 40, 28 oder 20 Nanometern gefertigt werden. SSD-Controller enthalten einen oder mehrere (ARM-)Rechenkerne, nehmen per PCI Express, SATA oder SAS Speicheranfragen vom Host entgegen und verteilen diese auf die NAND-Flash-Chips – gegebenenfalls durch SDRAM-Caches beschleunigt.

Auch die eingesetzten älteren Fertigungsprozesse sind derzeit ausgelastet, sodass sich die Produktion von Controllern nicht kurzfristig erhöhen lässt. Im Gegenteil: Samsung etwa musste aufgrund von Umwelteinflüssen Mitte Februar 2021 die Chipproduktion in Austin, Texas, herunterfahren, die voraussichtlich erst Ende März wieder anlaufen wird. In Austin fertigt Samsung unter anderem eigene SSD-Controller für die 800er- und 900er-Serien.

Ein Mangel könnte nicht nur bei Samsung insbesondere SSDs mit niedriger Kapazität treffen und für überdurchschnittlich hohe Preissteigerungen sorgen, wenn Hersteller die margenträchtigeren Modelle mit 1 TByte und mehr priorisieren.

(mma)