SUSE: Börsengang geglückt

Mit einer deutschen Slackware-Linux-Übersetzung begann die Geschichte von SUSE 1992. Jetzt ist die SUSE S.A. in Frankfurt an die Börse gegangen.

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Von
  • Jan Mahn
  • Martin Holland

SUSE S.A. ist an der Börse. Die Aktien des Softwareanbieters aus Nürnberg werden seit dem heutigen Mittwoch in Frankfurt gehandelt. Zuvor hatte das Unternehmen den finalen Ausgabepreis auf 30 Euro festgesetzt, das liegt am unteren Ende der ursprünglich geplanten Preisspanne zwischen 29 und 34 Euro. Um 9:15 stand der erste Eröffnungspreis nach der sogenannten IPO-Auktion fest: Mit 29,50 Euro startete die Aktie in den Handel über Xetra.

Durch den Börsengang wollte der Linux-Entwickler ursprünglich bis zu 1,1 Milliarden Euro erlösen. Nach Handelsbeginn fiel der Aktienkurs leicht – nach einem IPO nicht ungewöhnlich – gegenwärtig steht er bei über 30 Euro. Dem Schritt liegt ein zuletzt stark auf Wachstum ausgelegter Unternehmenskurs zugrunde.

Das traditionelle Läuten der Glocke ersetzte das Unternehmen durch eine virtuelle Version. Zugeschaltet von der parallel stattfindenden SUSECON, der virtuellen Konferenz, läutete CEO Melissa Di Donato eine 3D-animierte virtuelle Glocke vor einer Videowand.

SUSE bietet seit 1992 vor allem Open-Source-Software an, insbesondere die Linux-Distribution für Server SLES sowie viele Infrastrukturprodukte für den Firmeneinsatz. Der Hauptsitz des Unternehmens ist – seit 2011 wieder – in Nürnberg, CEO ist seit 2019 Melissa Di Donato, die von SAP gekommen ist. Die Managerin kommentierte den Börsengang als Beginn eines neuen Kapitels für SUSE. 2019 übernahm der Investor EQT den Softwareanbieter von Micro Focus. Seitdem konnte SUSE jährlich ein deutliches Wachstum verbuchen, sowohl bei den Einnahmen als auch bei der Kundenbasis. Bei letzteren handelt es sich zudem meist um Firmen mit langfristigen Verträgen.

Als besonders zukunftsträchtig hat sich für SUSE die Übernahme von Rancher Labs herausgestellt, hatte das Unternehmen zuletzt erklärt. Die Übernahme wurde im Dezember abgeschlossen. Mit dem Schritt bietet das Unternehmen nun zusätzlich zu seinen Software-Produkten rund um SLES auch Ranchers populäre Management-Plattform für Kubernetes-Cluster an. Die dahinter liegende Wachstumsstrategie richtet sich auch gegen den US-Konkurrenten Red Hat.

(mho)