SUSE kauft Rancher, will bei Firmen weltweit Geschichte schreiben

Rancher Labs gehört nun zu SUSE. Mit der Übernahme scheint das Unternehmen in erster Linie auf einen Konkurrenten abzuzielen: Red Hat.

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(Bild: Rancher)

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  • Moritz Förster

Im Juli begann die Übernahme, nun ist sie abgeschlossen: Rancher Labs gehört ab sofort zu SUSE. Mit dem Schritt bietet das Unternehmen nun zusätzlich zu seinen Software-Produkten rund um das Enterprise-Linux SLES auch Ranchers Management-Plattform für Kubernetes-Cluster an.

Laut CEO Melissa Di Donato würde SUSE mit der Übernahme von Rancher "wieder Geschichte schreiben". Der Anspruch dahinter: Kunden könnten sich "auf Zuverlässigkeit und unübertroffene Agilität verlassen, um überall innovativ zu sein – vom Rechenzentrum, über die Cloud bis zur Edge und darüber hinaus."

Anlässlich der Ankündigung der Übernahme sprach SUSE ferner von einem "ersten Schritt im Rahmen der anorganischen Wachstumsstrategie". Diese verfolgt der Anbieter, seitdem er zum Finanzinvestor EQT Partners gehört. Letzterer hatte das Unternehmen im März 2019 von Micro Focus gekauft.

Auf wen diese Wachstumsstrategie abzielt, macht die Mitteilung der finalen Akquisition klar: Red Hat solle die Übernahme von Rancher durch SUSE fürchten. Sheng Liang, ehemaliger CEO von Rancher und neuer President of Engineering and Innovation bei SUSE meint: "Gemeinsam sind wir entschlossen, einen maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmensgeschäft auf der ganzen Welt zu nehmen." Weitere Details zu diesen Ambitionen finden sich bei Forbes in einem von SUSE bezahlten Artikel.

Auf SUSEs Aussagen angesprochen, erklärte Jan Wildeboer, Red Hats EMEA Evangelist, gegenüber der iX: "Wir sehen weiterhin großes Interesse und ein deutliches Wachstum für OpenShift. Dank der Zusammenarbeit mit IBM eröffnen sich uns täglich neue Möglichkeiten." Des Weiteren freue er sich, dass SUSE und Rancher "sich weiterhin in der Pflicht sehen, alles als Open Source zu belassen."

Gleichzeitig bestätigt SUSE Meldungen zu einem Börsengang nicht, schließt einen solchen jedoch auch nicht explizit aus: Als Unternehmen würden sie fortwährend nach neuen Wachstumswegen suchen. Die Unternehmensrichtlinien würden es jedoch verbieten, Gerüchte oder Spekulationen des Markts zu kommentieren.

[Update 03.12.2020, 12:00 Uhr:] Ivo Totev, Chief Product and Marketing Officer, meint gegenüber iX: "SUSE und Rancher bieten die offensten Open-Source-Lösungen für den unternehmenskritischen Einsatz in Rechenzentren, in der Cloud und für Edge Computing an. Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir jetzt und in der Zukunft eine Vielzahl von Hardware- und Softwareplattformen, inklusive Kubernetes-Plattformen anderer Hersteller unterstützen werden. Mit diesem Ansatz können Kunden die besten Lösungen für ihrem Bedarf zusammenstellen, und werden nicht gezwungen, monolithische und wenig flexible Suiten einzuführen. Mit diesem Ansatz unterscheidet sich SUSE grundlegend von seinen Marktbegleitern."

(fo)