SWR baut digitale Community-Plattform für Nutzer auf

Der SWR will eine moderierte Plattform für Menschen mit konträrer Meinung schaffen. Ziel sei auch, eine offene Community aufzubauen.

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(Bild: Dezay/Shutterstock.com)

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  • dpa

Der Südwestrundfunk (SWR) baut eine digitale Plattform mit Gesprächsforen für Nutzer auf. Der Leiter des Bereichs Innovationsmanagement und Digitale Transformation im SWR, Thomas Dauser, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir arbeiten momentan an einem digitalen Dialog-Format." Häufig sei es so, dass scheinbar immer der Lauteste im Netz gewinne. "Deswegen wollen wir eine Plattform schaffen, einen geschützten Raum mit klaren Spielregeln. Hier sollen sich Menschen mit konträrer Meinung treffen und austauschen können – mit dem Ziel, Dialog möglich zu machen und Brücken zwischen Gruppen zu bauen, die momentan vielleicht nicht mehr miteinander reden."

Die Redaktion suche kontroverse Themen aus und geplant sei, dass ein Host als Gastgeber den Dialog nach Regeln leite. Dauser sagte: "Man wird sich einloggen müssen, weil wir uns in einem geschützten Bereich bewegen. Das Ziel ist auch, eine Community aufzubauen, die aber natürlich offen ist. Wir wollen das Gegenteil von geschlossenen Gruppen."

Derzeit werde die Software entwickelt. Angesprochen werden sollen vor allem auch jüngere Menschen, die sich viel im Netz bewegen. Voraussichtlich im nächsten Frühjahr wird die Plattform den Angaben zufolge starten.

Ähnliche Projekte in anderen ARD-Häusern sind dem SWR nicht bekannt. "Wir arbeiten als SWR daran. Sollte sich diese Plattform durchsetzen, wäre es durchaus denkbar, sie für andere Häuser in der ARD zu öffnen, da sind wir offen", sagte der 46-Jährige. In der ARD gibt es verstärkt die Bestrebung, dass jüngere Leute mit den Medienangeboten besser erreicht werden sollen. Das Modell Community nutzen auch schon Verlagshäuser, um spezielle Zielgruppen anzusprechen.

Dauser leitet künftig die neue SWR-Direktion Innovationsmanagement und Digitale Transformation als deren Direktor. Am Freitag befasste sich der Rundfunkrat beim SWR mit dem Konzept. Dass der öffentlich-rechtliche Sender die Themen Innovation und Digitalisierung auf der Top-Managementebene ansiedelt, soll auch ein Zeichen in die Medienlandschaft hinein sein, hieß es vom Sender.

Der SWR stemmt das Ganze aus dem Bestand heraus, wie Dauser erläuterte. Es werde kein zusätzliches Geld investiert, sondern der Umbau werde durch interne Umverteilungen realisiert.

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Ein weiteres Projekt des Bereichs ist die Personalisierung der SWR-Website und der SWR-Apps. "Ziel der Personalisierung ist, dass die Menschen, die auf unsere SWR-Plattformen gehen, genau die Angebote erhalten, die sie erwarten", sagte Dauser. Der Algorithmus solle aber so geschult werden, dass er nicht nur Naheliegendes anbiete, "sondern im besten Fall auch zu einer Perspektiverweiterung beiträgt".

(bme)