Samsung-Chipproduktion in den USA: Auf Stromausfall folgt Wassermangel

Samsungs Chip-Produktionsstätte in Texas steht seit zwei Wochen still – womöglich kann sie erst nach zwei Monaten wieder den Betrieb aufnehmen.

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(Bild: Samsung)

Von
  • Mark Mantel

Obwohl die Temperaturen in den USA wieder steigen, hat der Kälteeinbruch im vergangenen Februar längerfristige Folgen: Hunderttausende Texaner und Unternehmen haben kein sauberes, fließendes Wasser, weil durch die Kälte Rohre, Pumpen und Wasserwerke beschädigt wurden. Ein Druckabfall sorgte zudem für Verunreinigungen in den Rohren. Das betrifft unter anderem Samsungs Chip-Produktionsstätte in Texas, die schon seit zwei Wochen stillsteht.

Mitte Februar 2021 mussten Samsung und weitere Halbleiterfertiger auf Anweisung der texanischen Regierung die Chipproduktion herunterfahren, um das überlastete Stromnetz zu entspannen. Inzwischen ist der Strom wieder da, mindestens Samsungs Austin-Produktionsstätte steht aber weiterhin still, weil kein sauberes Wasser vorhanden ist.

Der Nachrichtendienst Business Korea berichtet über Prognosen, dass Samsung Austin Semiconductor (SAS) womöglich erst Mitte April 2021 wieder den Betrieb aufnehmen wird. Der Verlust könnte sich bis dahin auf mehrere Hundert Millionen US-Dollar belaufen. Samsung fertigt in Texas Halbleiterelemente mit Strukturbreiten von 14 Nanometern und gröber – mit Blick auf den weltweiten Chipmangel wird die Fertigungskapazität dringend benötigt.

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Samsung plant derweil den Bau einer zweiten sogenannten Fab in den USA und zieht außer Arizona und New York erneut Texas als Standort in Betracht. Die aktuellen Probleme zeigen allerdings die Probleme der texanischen Energiepolitik auf: Der Bundesstaat fördert ein unabhängiges Stromnetz, kann also nicht kurzfristig Energie von den Nachbarn anzapfen. Ohne Stromausfälle im Februar wären die aktuellen Probleme wahrscheinlich nicht in diesem Ausmaß aufgetreten.

Am anderen Ende der Erdkugel, in Taiwan, herrscht ebenfalls Wassermangel, allerdings aufgrund von ausbleibenden Regenfällen. TSMC setzt seit Februar 2021 auf Tank-LKW zur Unterstützung – sie bringen sauberes Wasser aus besser gefüllten Reservoirs, die vorwiegend im Norden stehen. Laut einem Bericht von EE News Analog bestellt inzwischen auch UMC, der weltweit drittgrößte Chipauftragsfertiger, solche Tanklaster mit Wasser.

(mma)