Samsung: Rekordumsatz durch Chips, Smartphones – und Corona

Samsung verzeichnet einen Umsatzanstieg um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der Gewinn steigt um 59 Prozent. Die Coronavirus-Pandemie macht es möglich.

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(Bild: Valeriya Zankovych/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Der Elektronikkonzern und Chip-Hersteller Samsung hat für das Ende September auslaufende dritte Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Rekordumsatz in Höhe von 66,96 Billionen Won, umgerechnet etwa 50,25 Milliarden Euro, erzielt. Das teilte Samsung in seinem Geschäftsbericht am Donnerstag mit.

Im Jahresvergleich steigerte der Konzern den Umsatz um fast 5 Billionen Won, im Vergleich zum zweiten Quartal um rund 14 Billionen Won. Als Umsatztreiber zeigten sich dabei die anziehenden Smartphone-Verkäufe und die weitgehend anhaltende Nachfrage nach Speicherchips für Server und PCs. Insgesamt spielte dem Konzern dabei die Coronavirus-Pandemie und die zeitweisen Lockerungen in die Karten, was zur Konsumnachholung auch bei Unterhaltungselektronikgeräten wie TVs sowie Haushaltsgeräten führte.

Entsprechend hoch fiel Samsungs Gewinn aus: Er stieg im Jahresvergleich um 59 Prozent auf 12,4 Billionen Won, im Vergleich zum zweiten Quartal um 52 Prozent, wie aus Samsungs Geschäftsbericht für das dritte Quartal hervorgeht.

Wie schon in den vorhergehenden Quartalen trägt Samsungs Halbleitersparte besonders zum Gewinn bei. 44 Prozent des Quartalsgewinn geht auf das Konto des Chip-Geschäfts. In dem Bereich setzte Samsung allein 18,8 Billionen Won um und erzielte damit einen Gewinn von 5,54 Billionen Won. Zwar war die Nachfrage nach Speicher für Server etwas geringer als noch im ersten Halbjahr, allerdings konnte dies durch die Nachfrage nach Speicher für Mobiltelefone ausgeglichen werden. Dabei half auch Smartphone-Hersteller Huawei, der im September noch schnell auf Einkaufstour bei Samsung ging, um sich vor Inkrafttreten der neuen US-Sanktionen mit Speicherchips für seine Mobiltelefone einzudecken.

Die höheren Verkäufe von Notebooks trugen ebenfalls zum Ergebnis bei, heißt es von Samsung. Sowohl bei den Servern als auch bei den PCs profitiert Samsung weiterhin von der Corona-Pandemie getriebenen höheren Nachfrage nach Cloud-Lösungen und Notebooks durch mobiles Arbeiten von zu Hause aus.

Das Geschäft mit den hauseigenen Smartphones zog im dritten Quartal deutlich an. Im zweiten Quartal hatten sich die Konsumenten noch beim Kauf von mobilen Geräten aufgrund der Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie zurückgehalten. Im dritten Quartal nahm die Konsumlaune vermutlich getrieben durch die Lockerungen bei den Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen deutlich zu. So setze Samsung 29,81 Billionen Won im Geschäftsbereich Mobile um, im zweiten Quartal waren es lediglich 19,8 Billionen Won gewesen. Im dritten Quartal zeigt sich nun der gesamte Geschäftsbereich IT & Mobile Communications mit 4,45 Billionen Won fast ebenso gewinnträchtig wie das Chip-Geschäft.

Die Kauflaune der Konsumenten wirkte sich auch auf das Geschäft mit Unterhaltungselektronik wie Fernsehern aus. Im Bereich Consumer Electronics erzielte Samsung einen Umsatz von 14,09 Billionen Won bei einem Gewinn von 1,56 Billionen Won. Samsung konnte hier den Gewinn vom zweiten Quartal mehr als verdoppeln.

In der Display-Sparte musste Samsung beim Umsatz Federn lassen. Im Jahresvergleich ging er von 8,26 Billionen Won auf nunmehr 7,32 Billionen Won zurück. Der Gewinn sank auf 0,47 Billionen Won.

Für das vierte Quartal dämpft Samsung die Erwartungen und geht von einer fallenden Nachfrage von Chips für Datenzentren aus. Auch der Preis von SDRAM und Flash-Speicher könnte weiter sinken. Im Smartphone-Bereich rechnet Samsung mit weniger Gewinn durch den wachsenden Wettbewerb wie Apples neue iPhones. Insgesamt sieht der Konzern allerdings positiv in die Zukunft. Bereits 2021 soll sich die Gesamtnachfrage trotz möglicher weiterer weltweiter Coronavirus-Wellen verbessern.

Die Börse zeigte sich angesichts der Quartalszahlen und möglicher Zukunftsunsicherheiten weitgehend optimistisch. Der Kurs zog am Donnerstagvormittag um gut 3,3 Prozent an, der Wert einer Samsung-Aktie kletterte auf 960 Euro.

(olb)