Samsung mit Quartalsrekord: Hoher Chipbedarf vor allem bei Speicher

In nur einem Jahr hat Samsung den eigenen Gewinn um mehr als 50 Prozent gesteigert. Hauptverantwortlich war die Halbleitersparte.

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(Bild: Stakon/Shutterstock.com)

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Von
  • Mark Mantel

Samsung erzielte Anfang 2022 das dritte Rekordquartal in Folge: 77,8 Billionen südkoreanische Won nahm der Konzern ein – nach derzeitigem Umrechnungskurs gut 58 Milliarden Euro, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn stieg mit einem Plus von 59 Prozent auf 11,3 Billionen südkoreanische Won noch stärker, das sind umgerechnet knapp 8,5 Milliarden Euro.

Insbesondere Samsungs Halbleitersparte ging es im ersten Quartal 2022 prächtig. Sie wuchs binnen eines Jahres um 39 Prozent auf einen Rekordumsatz von umgerechnet mehr als 20 Milliarden Euro. Der mit Abstand höchste Anteil kommt traditionell von Speicher (15 Milliarden Euro), worunter primär DRAM-Bausteine, aber auch NAND-Flash für SSDs und Mobilgeräte. Samsung ist Weltmarktführer in Sachen Arbeitsspeicher und NAND-Flash.

Laut Samsung sanken die DRAM-Preise nicht so stark wie erwartet, gleichzeitig zog die Nachfrage insbesondere bei Servern, aber auch bei PCs erheblich an. Noch nie verkaufte Samsung so viele DRAM-Bausteine an Serverhersteller.

In den gut 20 Milliarden Euro sind auch die Umsätze der Sparten Samsung LSI rund um Smartphone-Prozessoren und Bildsensoren sowie der Chipauftragsfertigung Samsung Foundry enthalten. LSI lässt die eigenen Chips bei der Foundry-Schwester fertigen und legte aufgrund höherer Verkaufspreise zu – eine branchenweite Entwicklung in Zeiten des globalen Chipmangels. Samsung Foundry wuchs mithilfe steigender Ausbeute funktionstüchtiger Halbleiterbauelemente (Yield). Konkrete Umsatzzahlen für LSI und Foundry führt Samsung nicht einzeln auf, zusammen kamen sie auf etwas mehr als 5 Milliarden Euro.

Der Geschäftsbereich Device Experience (Samsung DX) wuchs derweil um 13 Prozent auf fast 36 Milliarden Euro und erzielte somit das beste Ergebnis seit 2013. Zu dieser Sparte gehören alle (Galaxy-)Smartphones, Tablets, Notebooks, PC-Monitore, Smart-TVs, Netzwerkprodukte und medizinische Geräte. Die aktuelle Smartphone-Generation Galaxy S22 verkaufte sich laut Hersteller gut.

Während der Mutterkonzern Samsung Electronics den Umsatz verkaufter PC-Monitore und Smart-TVs in der oben erwähnten DX-Sparte verbucht, geht es bei der Samsung Display Corporation (SDC) um die produzierten Panels für PC-Monitore, Smart-TVs, Smartphones und Tablets. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf knapp 6 Milliarden Euro, allerdings fiel der operative Gewinn mit einem Plus von gerade einmal 0,73 Prozent auf 815 Millionen Euro niedrig aus.

Samsung schreibt, dass der niedrige Gewinn primär an der Produktionsumstellung von LCDs auf QD-OLED-Panels lag. Gerüchten zufolge hatte die Firma erhebliche Probleme mit der Ausbeute bei QD-OLED-Panels. In der eigenen Mitteilung steht, dass Samsung "die Ausbeute von QD-Displays schnell stabilisiert".

Eine konzernweite Umsatzerwartung für das jetzt laufende zweite Quartal 2022 gibt Samsung wie üblich nicht an. Die Firmenaktie stieg seit der Bekanntgabe minimal auf 1092 Euro an, liegt aber noch unter dem Niveau vom Wochenanfang.

Update, 28.04.22, 13:20 Uhr: Artikel mit mehr Details und Zusammenhängen ergänzt.

(mma)